Ralf, du fährst jetzt hier für Leonov, bist aber nicht mehr ganz der Jüngste. Wieso fährst du?
Ralf Waldmann: Das kam spontan. Ich habe voriges Jahr bei Kiefer gearbeitet und bin auch dieses Jahr beim Junior-Team in der IDM dabei, bei Jan Bühn. Martin Wimmer und ich haben ja auch MZ gekauft und da sind wir schwer unterwegs. Wir haben eine Maschine mit 250er-Viertakt-Motor gebaut für die IDM.

Wir wollen nächstes Jahr ein Moto2-Chassis bauen und eigentlich schon dieses Jahr anfangen damit und ich wollte gerne noch ein Feeling dafür kriegen, wie sich so eine 250er im Endstadium anfühlt. Die kommen Ende des Jahres ja alle ins Museum. Ich werde die ersten Testfahrten mit dem Moto2-Chassis auch selber machen und deswegen wollte ich da gerne ein Gefühl kriegen, wie es sich anfühlt. Dass es ein WM-Lauf ist, ist eine schöne Beigabe, ich sehe es aber mehr wie einen Test.

Man erinnert sich ja noch gut an das tolle Rennen 1999, als du auf Regenreifen gesetzt hattest, fast eine Runde hinten warst und doch noch gewonnen hast. Wäre im Regen hier wirklich was möglich?
Ralf Waldmann: Im Regen musst du total viel Erfahrung haben und eins sein mit dem Motorrad, weil du so viel am Grenzbereich fährst. Das ist jetzt überhaupt nicht gegeben. Ich bin zwei, drei Runden gefahren, habe einen kleinen Rollout gemacht, um mich überhaupt an die Geschichte zu gewöhnen. Im Regen reiße ich überhaupt nichts, glaube ich, weil du das Feeling haben musst.

Wie sehen die Ziele aus? Einfach mitrollen oder vielleicht Punkte machen? Rossi hat ja gemeint, er wird das genau verfolgen.
Ralf Waldmann: Ich hab mir ein Ziel gesetzt: nicht Letzter werden, Vorletzter ist OK.