Zum Abschluss eines bärenstarken Rennwochenendes auf dem Autodromo Internazionale del Mugello in Toskana zeichnete sich das Grand Prix Team Switzerland abermals durch Teamspirit und Kampfgeist aus. Ein Sturz von Randy Krummenacher im Warm-up führte zu einem Totalschaden am Motorrad. Die Kalex Moto2 konnte in der kurzen Pause bis zum Rennstart wieder aufgebaut werden und im Rennen selbst erkämpfte der Moto2-Rookie mit Platz 13 drei WM-Punkte.
Das Grand Prix Team Switzerland erlebte einen arbeitsreichen Renntag im Gran Premio d´Italia. Schuld daran war ein heftiger Abflug von Randy Krummenacher in etwa zur Halbzeit im Warm-Up am Morgen. Die Kalex Moto2 war daraufhin eigentlich ein Totalschaden, während der 21-jährige Zürcher Oberländer zum Glück unverletzt blieb. Bis zum Zeitpunkt des Unfalles bestätigte Krummenacher mit der zweitschnellsten Rundenzeit den tags zuvor sensationell eingefahrenen fünften Startplatz. Bis zum Start des Rennens um 12:15 Uhr konnte das Motorrad wieder aufgebaut werden. Das Team leistete dabei unglaublich gute Arbeit. Jedoch musste man ohne einen vorherigen Testlauf zur Startaufstellung rollen. Das Rennen selbst erwies sich für Krummenacher als äußerst schwierige Angelegenheit. Angesichts des Schadenausmaßes ist es wenig verwunderlich, dass sich die Kalex Moto2 nicht mehr in jenem perfekten Zustand befand, wie bis zum Zeitpunkt des Unfalles am Vormittag. Das Grand Prix Team Switzerland zeigte dennoch wieder Kampfgeist bis zur Ziellinie, die man schließlich auf Rang 13 überquerte. Nach hervorragenden Leistungen in allen Trainingssitzungen an diesem Wochenende in der Toskana gelten die drei WM-Punkte als gewonnene und bringen das junge ambitionierte Schweizer Moto2-Projekt auf Platz zehn in der Punktetabelle.
"Ich war im Warm-Up am Morgen richtig gut drauf und auch meine Kalex war perfekt abgestimmt. Niedrige 1:54er Rundenzeiten sind mir ganz locker gelungen. Vielleicht habe ich etwas zu sehr übertrieben, als ich versuchte die 1´54er Marke zu unterbieten. Dabei ist mir im schnellen Bergab-S ein Fahrer in die Quere gekommen, der beim Linksumlegen die Türe etwas zugemacht hat. Wahrscheinlich hat er mich nicht gesehen. Jedenfalls musste ich eine engere Linie fahren und bin dabei übers Vorderrad ausgerutscht. Meine Kalex war danach Totalschaden, ich bin zum Glück ohne Schramme oder sonstigen Blessuren davon gekommen. Vielen herzlichen Dank an mein Team und auch an die Jungs von Kiefer für deren Mithilfe. Das Rennen selbst war eine harte Angelegenheit. Schon der Start war nicht der Beste, aber das größte Problem war, dass ich die Front nicht pushen konnte. Auf der Bremse war ich für meine Gegner ein leichtes Opfer. Während das Heck super abgestimmt war, musste ich sehr viele Vorderrad-Rutscher abfangen und kämpfte über die gesamte Renndistanz damit, die Linie im Kurveneingang halten zu können. Das kann durchaus vom Sturz am Vormittag herrühren, dass die Geometrie am Rahmen etwas abbekommen hat. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, denn es ist uns gelungen das Bestmögliche aus der Situation zu holen", resümierte Krummenacher.
Teamchef Marco Rodrigo ergänzte: "Bis zu unserem Sturz im Warm-Up sind wir sehr stark in den Renntag gestartet. Dieser Unfall kam recht unglücklich zu Stande. Unser größtes Pech dabei war, dass sich das Motorrad wegen der hohen Geschwindigkeit mehrmals überschlagen hat und danach bis auf den Motor ein Totalschaden war. An dieser Stelle möchte ich gleich der gesamten Crew ein ganz großes Kompliment für den perfekten Job beim Wiederaufbau aussprechen. Vielen herzlichen Dank auch für die Unterstützung an Kiefer Racing, die ebenfalls tatkräftig mit angepackt haben. Randy ist dabei die ganz ruhig und konzentriert geblieben, was nicht selbstverständlich ist, nachdem es angesichts des Schadens nicht klar war, ob wir überhaupt bis zum Start rechtzeitig fertig werden und darüber hinaus, ob das in Windeseile wiederaufgebaute Bike auch in einem renntauglichen Zustand ist, nachdem es dermaßen beschädigt war. Schließlich sind wir dann ohne einen Testkilometer zuvor auf unserem Startplatz gestanden. Der Start war dieses Mal nicht ganz `Randy-Like´ und man konnte auch bald erkennen, dass er auf der Bremse nicht wie gewohnt pushen kann und Schwierigkeiten hat, das Bike überhaupt auf der Strecke zu halten. Nach diesem 13. Platz, den wir uns ganz hart erarbeitet haben und zuvor auch einige Opfer bringen mussten, freue ich mich auf den Rest der Saison, wenn das noch ein paar Mal eintreffen sollte. Insgesamt bin ich mit diesem Wochenende mehr als zufrieden, zumal wir uns auch in der Gesamtwertung um zwei Plätze verbessert haben. Für mich ist die Mission Mugello erfüllt und so wie es ausschaut haben wir nach vorne unser Limit noch nicht erreicht. Trotzdem gilt für mich nach wie vor das Gleiche, nämlich dass wir nach der Sommerpause regelmäßig in die Punkteränge fahren wollen. Mit dem heutigen Rennen waren wir sechs Mal in den Top-15. Darüber bin ich natürlich mega-happy und freue mich schon auf den nächsten Grand Prix auf dem Sachsenring."

diese Moto2 Nachricht