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24h Dubai: Unfall-Video sorgt für wilde Diskussionen

Beim 24-Stunden-Rennen in Dubai wird ein Mechaniker nach einem Schubser in der Boxengasse verletzt. Ein Video der Szene sorgt für hitzige Debatten.
von Robert Seiwert
24h Dubai 2020: Boxengassen-Unfall mit Mechaniker: (00:08 Min.)

Ein äußerst kontroverser Vorfall beim vorzeitig abgebrochenen 24-Stunden-Rennen von Dubai sorgt für Diskussionen. Während einer Code-60-Phase kam es in der Boxengasse zu einem Unfall, bei dem ein Mechaniker des deutschen Porsche-Teams MRS GT-Racing vom eigenen Auto getroffen wurde und zu Boden ging.

Vorausgegangen war der Stoß eines Mechanikers vom Rennstall Barwell Motorsport. Die Szene ging glimpflich aus: Der Car Chief von MRS GT-Racing erlitt nach Informationen von Motorsport-Magazin.com keine Brüche, zog sich aber zahlreiche Prellungen am ganzen Körper zu. Er verweilt derzeit noch in Dubai und wird sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland noch einmal ärztlich untersuchen lassen.

Das britische Team, das in Dubai zwei Lamborghini Huracan GT3 Evo einsetzte, erhielt für den Vorfall eine Vier-Minuten-Zeitstrafe. Auf der eigenen Facebook-Fanseite sprach Barwell Motorsport im Anschluss von einer unabsichtlichen Kollision mit einem benachbarten Mechaniker während eines Reifenwechsels. Eine Entschuldigung beim deutschen Team erfolgte bislang nicht.

Ein Video des Vorfalls macht seit dem Wochenende die Runde im Internet. Darin zu sehen ist der Schubser des Barwell-Mechanikers, der zuvor einen Reifen für einen Boxenstopp aufgenommen hatte. Offenbar, um sich mehr Platz auf dem Weg zum Auto zu verschaffen, stieß er mit der linken Hand gegen den Rücken des MRS-Mannes.

Dieser verlor die Balance, kippte vornüber und kollidierte mit dem MRS-Porsche 991 mit der Startnummer #989 (Honkavuori/Rdest/Hartshorne/Hancock), der kurz zuvor seinen Boxenplatz verlassen hatte. Dabei wurde der Mechaniker im Schulterbereich vom Heckflügel des Porsche getroffen und zu Boden gestreckt.

Zahlreiche Zuschauer auf diversen Social-Media-Plattformen verurteilten die Aktion auf Schärfste und forderten harte Strafen oder eine lebenslange Sperre. Sogar die Absicht einer Kollision mit dem Rennwagen wurde dem Mechaniker des britischen Teams unterstellt.

Vermutlich handelte er - wie es beim hektischen Treiben in der Boxengasse während eines 24-Stunden-Rennens häufig vorkommt - 'im Eifer des Gefechts' und überblickte die Situation nicht vollständig. Das aktiv ausgeführte Wegstoßen des MRS-Mechanikers zog jedoch zahlreiche Debatten über die Sicherheit in der Boxengasse bei derartigen Rennen nach sich.

Der langjährige Rennfahrer und Dubai-Starter Mike Hedlund schrieb etwa auf seiner Twitter-Seite: "Ich werde bei keiner Veranstaltung der 24H Series mehr antreten oder sie mitfinanzieren, wenn es dafür nur eine Zwei-Runden-Strafe gibt. Wenn ich fahren und jemanden verletzen würde, wäre das verheerend. Das ist inakzeptabel."

Das Rennen im Wüstenstaat musste nach rund sieben Stunden vorzeitig abgebrochen werden. Starker Regen und Überflutungen auf der Strecke verhinderten eine Wiederaufnahme. Das Ergebnis wurde mit dem Stand zum Rennabbruch gewertet. Für Black Falcon erzielten Hubert Haupt, Khaled Al Qubaisi, Ben Barker, Jeroen Bleekemolen und Manuel Metzger auf einem Mercedes-AMG GT3 den bereits fünften Gesamtsieg des deutschen Teams.


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