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310 PS sind eine Aussage - Der Audi TT cup: Das Fliegengewicht schlägt zu

Anspruchsvoll und ein Leichtgewicht: Der Audi TT cup. Dennis Marschall gewährte Motorsport-Magazin.com während der Saison einen Blick unter die Verkleidung.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Der Motor: Der Zweiliter-Vierzylinder-TFSI-Motor mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung verfügt über einen Hubraum von 1,984 ccm. Er liefert 228 kW (310 PS) und ist unverändert aus dem Serienmodell übernommen. Anpassungen an den Rennsport wurden bei der Entlüftung des Kurbelgehäuses notwendig, um sie an die hohen Fliehkräfte anzupassen. "Der Motor sitzt im Auto relativ weit vorne und 310 PS sind eine Aussage. Das Gewicht liegt auf der Vorderachse, was sich in den ersten Runden beim Bremsen bemerkbar macht. Das Heck ist etwas instabil, besonders wenn die Hinterreifen noch kalt sind."

Push-to-Pass: Das System dient als Überholhilfe. Die Motorleistung kann kurzfristig um 30 PS (22 kW) gesteigert werden. Wie oft der Fahrer dieses System einsetzen kann, ist streckenabhängig. In der Heckscheibe installierte LEDs zeigen Zuschauern und Konkurrenten, wie oft Push-to-Pass noch verwendet werden kann, bei Aktivität leuchtet in der Windschutzscheibe eine blaue Lampe. "30 PS klingen zunächst nicht so viel, machen während des Überholens aber einen Unterschied. Es ist wichtig, sich das System richtig einzuteilen und es zu nutzen, wenn es am effektivsten ist. Ich mache mir einen Plan, wie ich das meiste aus den 30 PS herausholen kann und spare es meist auf, um im späteren Rennverlauf möglicherweise mehr als meine Konkurrenten zur Verfügung zu haben und relativ einfach überholen zu können."

Der Audi TT cup beeindruckt mit 312 PS - Foto: Alexander Trienitz

Fahrverhalten: "Der Audi TT cup überzeugt durch sein geringes Gewicht. Mit lediglich 1,125 Kilogramm ist er leichter als das Serienmodell und dadurch wendiger und sensibler in den Kurven. "Das Auto verfügt über Frontantrieb, was sich stark auf den Reifenabbau auswirkt - besonders auf die Vorderreifen. Es ist wichtig, das Auto über das Setup sensibler auf der Hinterachse einzustellen und natürlich die Vorderreifen nicht zu überbeanspruchen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, den Stabilisator vorne und hinten von weich bis hart einzustellen und den Luftdruck anzupassen, um das Fahrverhalten zu verändern. Durch diese verhältnismäßig geringen Einstellungsmöglichkeiten am Auto habe ich mich als Fahrer besser kennengelernt. Es geht darum, sich richtig anzupassen und nicht stur auf seinem eigenen Fahrstil zu beharren."

Lenkrad: Wir haben am Lenkrad insgesamt elf Knöpfe und eine Schaltwippe. Dazu gehören das Push-to-Pass-System, die Scheibenwischer und das Licht. Einstellungsmöglichkeiten geben uns die beiden Knöpfe für das elektronisch verstellbare, aktive Differential und die Traktionskontrolle. Wir können beides während der Rennen verändern und somit auf die aktuellen Streckenbedingungen reagieren. Bei Regen bietet es sich beispielsweise an, die Traktionskotrolle auf die höchste Stufe zu stellen, da wenig Grip vorhanden ist. Wir haben die Möglichkeit, sie von den Stufen eins bis drei einzusetzen. Im Verhältnis zu meinem vorherigen Formel-Boliden musste ich mich zunächst an viele verschiedene Knöpfe am Lenkrad gewöhnen, aber mittlerweile geht alles locker von der Hand."

Das Cockpit des Audi TT cup - Foto: Alexander Trienitz

Das Cockpit: Ausgestattet mit einem Audi PS1 Sicherheitssitz, der auch im Audi R8 LMS ultra zum Einsatz kommt, steht die Sicherheit im Vordergrund. "Ich sitze höher als früher im Formel-Auto, die Sicht ist aber komplett anders. Ich war es gewohnt, die Reifen zu sehen. Durch den Sitz musste ich mir angewöhnen, die Spiegel zu nutzen, da ich nicht mehr einfach rechts und links schauen kann. Es war auch eine Umstellung, plötzlich mit offenem Visier und hinter einer Windschutzscheibe zu fahren."

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