In Le Mans geht langsam die Sonne unter und die Lichter an. Nach sieben Rennstunden konnte Peugeot seine Führung festigen und sich zunächst mit zwei Boliden vor Audi behaupten. Dann leistete sich Christian Klien in Führung liegend einen Fehler, verlor quälend lange drei Minuten, die Führung und zudem einen Platz an Audi. Trotzdem führen die Franzosen weiterhin: die Startnummer 7 liegt mit knapp zwei Minuten vor dem Audi mit der #2.
Der frühe Abend war geprägt von zwei teaminternen Positionswechseln: Franck Montagny schob sich und sein Team nach einigen schnellen Runden zunächst an seinem Teamkollegen Jacques Villeneuve vorbei und übernahm die erste Position. Auch bei Audi tauschte man Plätze: Frank Biela zog kurze Zeit später an Mike Rockenfeller vorbei und brachte den Wagen der Vorjahressieger so wieder ein Stückchen näher an das Podium heran. Zwischen den beiden Duos trieb sich nur noch R10 von Capello/Kristensen/McNish - sie konnten nach dem Fehler von Klien sogar Platz zwei einnehmen.

Während der Wechsel an der Spitze beinahe ausschließlich auf die unterschiedlichen Rundenzeiten zurückgeführt werden kann, spielte bei dem Positionstausch der beiden Audi auch ein anderer Faktor eine wichtige Rolle. Der mit jungen Fahrern besetzte Audi schafft lediglich Stints mit elf Runden, während die erfahrenen Hasen eine Runde mehr drehen können. Nur in Ausnahmefällen würden es Luhr und Co ebenfalls auf zwölf Umläufe schaffen.
Der geringere Verbrauch und die höhere Standfestigkeit scheinen die einzigen Vorteile von Audi im Kampf gegen Peugeot zu sein. Nach sieben Stunden war der beste Audi, in dem mittlerweile Rekordsieger Tom Kristensen Platz genommen hat, erst zehn Mal beim Service - die französische Konkurrenz dagegen zwei Mal mehr. Auch die offene Bauweise der R10 bringt Vorteile: der Fahrerwechsel läuft deutlich schneller ab. Insgesamt hat die Startnummer 2 ungefähr zwei bis drei Minuten weniger in der Boxengasse verbracht. Auch Fahrfehler wie von Christian Klien können den Ingolstädtern nur in die Karten spielen.
Der in der Anfangsphase führende und später durch Getriebeprobleme gebeutelte Peugeot konnte sich in den letzten Stunden wieder nach vorne arbeiten. 18 Stunden vor dem Fallen der Zielflagge haben sich Lamy/Sarrazin/Wurz wieder unter die besten Zehn gemischt und liegen auf der siebten Position. Ihr Rückstand ist weiter unverändert groß und beträgt fünf Runden.

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