Pünktlich zur Mitternacht liegen die favorisierten sechs Fahrzeuge auf den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans wieder vereint an der Spitze der Wertung. Hinter dem führenden Peugeot von Gene/Minassian/Villeneuve und dem besten Audi mit Capello/Kristensen/McNish am Steuer, konnten sich auch die jeweils zwei Schwesterautos der beiden Hersteller auf den ersten sechs Rängen platzieren.

Vor allem für das Team mit der Startnummer 8 war der erste Tag des Rennens ein hartes Stück Arbeit. Nach einem Defekt und einem Boxenstopp mit einer Länge von über 20 Minuten fielen Lamy/Sarrazin/Wurz auf den 29. Platz zurück, mittlerweile liegen sie wieder auf der sechsten Position. Ihr Rückstand auf die Spitze ist allerdings noch beträchtlich - es sind ganz fünf Runden. Auf die beiden vor ihnen liegenden Audi fehlen immerhin nur drei Umläufe.

Tom Kristensen ist zufrieden, Foto: Audi
Tom Kristensen ist zufrieden, Foto: Audi

"Das Auto läuft wie ein Uhrwerk", freute sich Tom Kristensen, der mit etwa zwei Minuten Rückstand auf der zweiten Position liegt, im Radio Le Mans. "Wir können konstante Runden fahren, auch wenn wir Untersteuern haben und viel Schmutz auf der Strecke liegt." Auch langsame Fahrzeugen seien bei den Sichtverhältnissen in der Nacht ein Problem, so der Däne weiter. "Zuletzt haben wir zu harte Reifen benutzt, aber in der Nacht werden wir die Reifenwahl verbessern."

Bis auf einen größeren Defekt und einige kleine Probleme, wie den Defekt des Scheinwerfers an der Startnummer 9 oder dem Dreher von Christian Klien in der Dunkelheit, blieben die Diesel-Boliden bisher von Schwierigkeiten verschont. So bleibt für die Fahrzeuge mit herkömmlichen Benzin-Motoren nur die Statistenrolle: Oreca, Pescarolo und Dome kämpfen um die Ränge sieben bis zehn.

Um einen Platz unter den besten Zehn hätten auch gerne Stefan Mücke und Tomas Enge gekämpft. Sie fielen jedoch nach einem Unfall ihres Teamkollegen Jan Charouz weit zurück, rehabilitieren sich aber ebenfalls. Nach neun Stunden auf der 13 Kilometer langen Strecke von Le Mans liegt das Team im Lola-Aston Martin schon wieder unter den besten 20.

Auf dem Weg zu einem neuen Distanzrekord von über 400 Runden wurden die Teams um kurz nach Mitternacht zum ersten Mal eingebremst. Nach einem Abflug von Marcel Fässler im Courage wurde das Safety-Car auf die Bahn geschickt und das Renntempo zum ersten Mal verlangsamt.

Duelle in den kleinen Klassen

In der LMP2-Klasse werden Verstappen/Bleekemolen/Van Merksteijn als Führende in den Sonntag starten. Das Team der Niederländer führt weiterhin ein Duell mit ihren dänischen Kollegen Team Essex, auch wenn es in der Nacht nicht mehr so eng zugeht wie noch in der Anfangsphase.

Ständige Führungswechsel gibt es auch in der GT1-Kategorie. Dort kämpfen Corvette und Aston Martin mit jeweils zwei Boliden um die Führung, die Amerikaner leisteten sich aber zuletzt einen kleinen Fehler. Beim Boxenstopp ließ man eines der Autos zu früh ab - der linke Hinterreifen war noch gar nicht fest montiert.

Bei den ganz kleinen GT-Boliden, vorzüglich Ferrari und Porsche, behauptet Risi Competizione auch zu Beginn der Nacht seine Führung. Die ehemaligen Formel 1-Piloten Mika Salo und Gianmaria Bruni konnten sich zusammen mit ihrem Teamkollegen Jamie Melo schon einen Vorsprung von einer Runde herausfahren. Hinter ihnen liegen gleich vier Ferrati 430GT, während nur noch zwei Porsche 997 abgeschlagen hinterher fahren.