Pünktlich eine Stunde später als normal starteten die 24 Stunden von Le Mans am Samstag in ihre diesjährige Auflage. Die ungewöhnliche Startzeit hatten die Fahrer der Fußball-WM zu verdanken, da zur üblichen Zeit um 16.00 Uhr noch die Partie Ghana gegen Tschechien im Gange war. Davon ließen sich die Fahrer, allen voran die Piloten der Audis, nicht aus dem Tritt bringen.
Gleich nach dem Start gaben Allan McNish im Audi mit der Nummer sieben und Frank Biela mit Nummer acht in ihren dieselgetriebenen R10 TDI das Tempo vor. Dass sie dabei keiner Stallorder unterlagen zeigte bereits die erste Stunde. In einem gekonnten Manöver quetschte sich Biela nach rund einer halben Stunde in der Arnage innen vorbei.
Beim ersten Boxenstopp hatte der Deutsche dann allerdings so seine Probleme und der gleichzeitig an die Box gekommene McNish konnte sich den Spitzenplatz zurückholen. Biela verlor sogar so viel Zeit, dass er auch noch von Emmanuel Collard im Pescarolo Judd mit der Nummer 16 überholt wurde. Collard war allerdings nur so nahe an den beiden Ingolstädter Fahrzeugen dran, weil er eine Safety-Car-Phase für seinen Stopp nutzte, die es nach fünf Runden wegen des Ausritts von Fabio Babini in seinem Aston Martin der Scuderia Italia gab. Den zweiten Platz konnte das Pescarolo-Team allerdings nur kurz genießen, da sich Biela bald wieder vorbei gekämpft hatte. Ein anderer Judd hatte weniger Glück. Der Wagen vom Creation-Team musste bereits früh mit Bremsproblemen an die Boxen und verlor dabei viel Zeit.
Mit Fortdauer des Rennens zeigte sich dann immer mehr der Vorteil, den die Audis aufgrund des geringeren Spritverbrauchs haben. Konnten die beiden Wagen 15 Runden in einem Stint zurücklegen, so musste die Konkurrenz meist schon nach 12 oder 13 Runden zum Nachtanken. Abgesehen davon fuhren die beiden Dieselwägen aber auch noch die schnelleren Rundenzeiten, weswegen der Vorsprung kontinuierlich anwuchs.
Nach dem ersten Fahrerwechsel schluckte dann der Audi mit der Nummer Acht, mittlerweile pilotiert von Marco Werner, seinen beinahe Zwilling mit der Nummer sieben, in dem zu dem Zeitpunkt Rinaldo Capello Allan McNish abgelöst hatte. Das war dadurch möglich geworden weil Capello beim Überrunden mit einem Lola kollidiert war und noch dazu einmal von der Strecke kam. Abgesehen davon war Werner der Fahrer, der die schnellsten Runden fuhr.
Ein wenig später hatte Rinaldo Capello dann noch mehr Pech und musste für eine längere Zeit an die Box kommen, da sein Wagen ein Problem mit den Einspritzdüsen hatte. Dadurch musste gleich die ganze Bank auf der rechten Seite gewechselt werden, was einen Zeitverlust von mehr als 20 Minuten bedeutete.
Dadurch steht es nach beinahe vier Stunden folgendermaßen. Der Audi mit der Nummer acht liegt in Führung und hat bereits über eine Runde Vorsprung auf die beiden Pescarolo Judd. Eine weitere Runde dahinter fährt der Judd vom Racing for Holland Team. Der Audi mit der Nummer sieben hat nach seinen Problemen sechs Runden Rückstand, allerdings fährt Tom Kristensen, der mittlerweile am Steuer sitzt, die schnellsten Runden im Feld.
In der Klasse der Prototypen 2 liegt der Lola vom Team RML in Führung. Der Judd von Rollcentre Racing und der Lola von Chamberlain-Synergy sind allerdings noch in Schlagdistanz.
Bei den Fahrzeugen der GT1 kämpfen die Marken-Corvette mit der Nummer 64 und der Werks-Aston Martin gekennzeichnet durch die Nummer 009 um die Führung.
In der GT2 ist die Spyker C8 Spyder mit der Startnummer 86 sicher in Front. Eine Runde zurück fährt der Porsche vom Team Seikel Motorsport auf Platz zwei.

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