Mehreren Schutzengeln und seinem GT-Kollegen Loek Hartog hat Ollie Millroy zu verdanken, dass er einen schweren Crash auf dem Shanghai International Circuit während der China GT Championship ohne lebensgefährliche Verletzungen überstand. Der Crash ereignete sich etwa 20 Minuten nach Rennbeginn, als Neil Verhagens 610-Racing-BMW mit der Startnummer 33 bei der Anfahrt auf Kurve 14 mit dem Harmony-Racing-Ferrari mit der Startnummer 37 von David Chen kämpfte.
Verhagen geriet beim Überholversuch teilweise auf die Wiese, verlor auf der feuchten Fahrbahn die Kontrolle über seinen BMW und berührte Chens Ferrari. Beide Fahrzeuge rutschten anschließend in Richtung der Spitzkehre – genau in dem Moment, als Millroy die Haarnadelkurve ansteuerte. Dessen Wagen wurde mit hoher Geschwindigkeit getroffen und fing beim Aufprall sofort Feuer. Das Rennen wurde sofort mit der Roten Flagge unterbrochen. Onboard-Aufnahmen aus dem Phantom-Global-Racing-Porsche hielten fest, wie Loek Hartog an der Unfallstelle anhielt, aus seinem Auto stieg und zu Millroy lief.
Millroy trotz schweren Verletzungen "okay"
Hartog versuchte zunächst, von der Fahrerseite aus in das Cockpit zu gelangen, bevor er auf die gegenüberliegende Seite wechselte. Dann nahm er einem herbeieilenden Streckenposten einen Feuerlöscher ab, bekämpfte die Flammen um das Auto und zog Millroy aus dem Cockpit. Der 36-jährige Brite erlitt bei dem Horrorunfall fünf Rippenbrüche, ein gebrochenes Schlüsselbein, Brüche an der Hand und den Fingern sowie eine Lungenquetschung. Die Tatsache, dass er noch am Leben ist, schrieb er seinem Fahrerkollegen Loek Hartog zu.
"Danke, Loek. Ich verdanke dir mein Leben für deine selbstlose Tat am heutigen Tag. Loek hat sofort angehalten, als weit und breit weder Streckenposten noch Feuerwehr zu sehen waren, und sein eigenes Leben riskiert, um mich aus dem Auto zu holen. Ich kann mich an nichts erinnern - von 30 Sekunden vor dem Crash bis eine Stunde danach. Aber an diese unglaubliche Heldentat werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern."
Kritik an fehlenden Rettungsmaßnahmen
Der "Held des Tages" meldete sich ebenfalls – nachdem er Millroy im Krankenhaus besucht hatte – auf Social Media zu Wort: "Als ich vor mir ein Auto sah, das von einem riesigen Feuerball eingehüllt war, gab es eigentlich keine Entscheidung zu treffen. Nach dem, was ich sehen konnte, ging ich natürlich davon aus, dass der Fahrer nicht aus eigener Kraft herauskam. Also hielt ich an, stieg aus und lief zum Auto. Ich hatte nie irgendwelche Zweifel." Die Rettungsaktion des niederländischen Porsche-Piloten Hartog ließ jedoch Kritik am Veranstalter und den Rettungsmaßnahmen aufkommen.
Millroys AAI-Motorsports-Teamkollegin Yin Yu Chen kritisierte die ihrer Ansicht nach unzureichende Reaktion des Streckenpersonals: "Etwa eineinhalb Minuten lang war Ollie ohne unmittelbare Unterstützung der Feuerwehr oder der Rettungsdienste auf sich allein gestellt im Auto." Chen betonte zwar, dass der Motorsport unvermeidbare Risiken berge, hielt die Reaktion auf den Unfall jedoch für inakzeptabel: "Die Sicherheit der Fahrer und Teammitglieder muss immer an erster Stelle stehen. Was heute passiert ist und wie mit der Situation umgegangen wurde, ist wahrlich unakzeptabel." Infolge des Vorfalls wird sich AAI Motorsports für den Rest der China-GT-Meisterschaft zurückziehen.
Auch das 2. Freie Training beim IndyCar-Finale musste wegen eines Horror-Unfalls im Rahmenprogramm verschoben werden. Mehr dazu hier:



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