Der Knoten will bei Mick Schumacher in der IndyCar-Serie 2026 immer noch nicht platzen. Nach dem Rennen in Road America kann er sich aber immerhin mit dem bisher besten Rundkurs-Ergebnis in seiner Rookie-Saison trösten, nachdem er in einem turbulenten Rennen gleich mehrere Strafen kassierte und zeitweise in den Top-10 lag. Am Ende wurde es sein 17. Platz für den ehemaligen Formel-1-Piloten.

Kurios: Mick Schumacher kassiert 3 Strafen in einer Safety-Car-Phase

Aber einmal der Reihe nach: Schumacher war vom 22. Rang in das IndyCar-Rennen gestartet. In der 14. Runde kam allerdings am Ende seines ersten Stints ein Safety Car just zu dem Zeitpunkt auf die Strecke, als Schumacher zum Boxenstopp hineinbeordert wurde. Da mit Beginn der Caution-Phase die Boxengasse geschlossen wird, durfte er zu dem Zeitpunkt nicht stoppen. Bei der Durchfahrt der Pitlane war er aber trotzdem zu schnell und erhielt dafür seine erste Strafe: Restart vom Ende des Feldes.

Als Schumacher zwei Runden später an die Box abbog, bevor ihm der Sprit ausging, war die Boxengasse noch immer geschlossen. Der notwendige Notfall-Boxenstopp war also ein weiterer Anlass für eine Rückversetzung ans Ende des Feldes. Dabei erwischte es gleich eine ganze Reihe von Fahrern. Es folgte der dritte Boxengassen-Besuch vor dem Restart, der der erste reguläre Boxenstopp mit Reifenwechsel und vollständigem Nachtanken war.

Dieser war allerdings auch illegal, da man nicht mehr in einer Safety-Car-Phase stoppen darf, nachdem man sich strafbedingt am Ende des Feldes einsortiert hat. Eine Durchfahrtsstrafe war die Folge. Diese hatte das Team wohl schon eingepreist, da man durch eine Drive-Through weniger Zeit einbüßt als durch einen Stopp nach der SC-Phase. Dabei war Schumacher übrigens in bester Gesellschaft, denn auch der sechsfache IndyCar-Meister Scott Dixon kassierte in einer ähnlichen Sequenz (lediglich ohne Speeding) ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe.

Mick Schumacher vs. Romain Grosjean endet bitter

Diese warf Schumacher (und Dixon) weit hinter das restliche Feld. Dann war ihm aber endlich etwas Glück hold, denn wenige Runden nach seinem nächsten regulären Stopp in Runde 27 kam es aufgrund eines Defekts von Christian Rasmussen zu einem weiteren Safety Car. Dieses spülte Schumacher quasi automatisch vor alle Piloten, die noch nicht an der Box waren, was ihm P10 einbrachte.

Beim darauffolgenden Restart verbremste sich Schumacher allerdings bei einem Überholmanöver gegen Romain Grosjean stark und ruinierte sich die Reifen. Außerdem kam es dabei zur Berührung zwischen den beiden ehemaligen Haas-Fahrern. Der folgende Extra-Boxenstopp warf Schumacher wieder auf P23 zurück.

Immerhin gewann Mick Schumacher aber im letzten Rennabschnitt noch Plätze gegen Dennis Hauger, Sting Ray Robb, Rinus VeeKay, Nolan Siegel und (aufgrund einer Strafe) Josef Newgarden. Außerdem profitierte er von den Ausfällen von Marcus Armstrong und Graham Rahal. Das brachte Schumacher letztendlich P17 ein. In Summe hatte er bei dem Rennen inklusive der Durchfahrtsstrafe siebenmal die Box angesteuert. Es ist trotzdem sein bestes Rundkurs-Resultat, nachdem Schumacher zuletzt auf dem Oval von St. Louis mit P16 sein bestes bisheriges IndyCar-Ergebnis aufgestellt hatte.

Vom letzten Platz zum Sieg: McLaren-Fahrer liefert unfassbare Aufholjagd

Der Sieg in Elkhart Lake ging nach einer sensationellen Aufholjagd an den McLaren-Fahrer Christian Lundgaard. Nach einem Frontflügel-Schaden in der Startphase war der Däne bis auf die 25. und somit letzte Position gefallen. Im weiteren Verlauf des Rennens arbeitete er sich aber kontinuierlich nach vorne. In einem verlängerten vorletzten Stint konnte er sich dank überragender Pace in die Position bringen, um auf den letzten Rennrunden anzugreifen.

In diesen kam ihm ein Motorschaden des in Führung liegenden Marcus Armstrong zugute, ehe Lundgaard auch nach dem finalen Restart auf der letzten Runde nichts mehr anbrennen ließ. Hinter dem McLaren landeten David Malukas auf P2 und Will Power auf dem dritten Rang. Der Andretti-Pilot überstand eine Kollision mit Graham Rahal im Kampf um das Podium auf den letzten Metern unbeschadet. Im Gegensatz zum Teamkollegen von Mick Schumacher, der dabei ausschied.

Meisterschafts-Dominator Alex Palou wurde nach einer ebenfalls turbulenten Achterbahnfahrt Fünfter. Er war von der Pole Position gestartet und hatte früh im Rennen durch etwas Pech bei der ersten Safety-Car-Phase die Führung verloren. Später handelte sich der Spanier auch noch eine Durchfahrtsstrafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse ein, die ihn zwischenzeitlich weit zurückwarf. Ähnlich wie Schumacher brachte aber auch ihn die zweite Safety-Car-Phase wieder unter die ersten Zehn. Palou führt die Meisterschaft nun 60 Punkte vor Malukas an. Schumacher liegt weiterhin auf dem 24. und damit vorletzten Tabellenplatz.