IMSA

Neuer Anlauf für Audi - Vorschau Mosport

In der ALMS beginnt der Schlussspurt. Für Audi eine weitere Chance, Porsche zu schlagen.
von Martina Fellner

Motorsport-Magazin.com - Mit zwei Rennen innerhalb nur einer Woche beginnt der Endspurt in der American Le Mans-Serie. Am Sonntag (26. August) starten die schnellsten Sportwagen der Welt in Mosport in der Nähe von Toronto (Kanada). Am darauffolgenden Samstag gastiert die populäre Sportwagen-Rennserie in der Autostadt Detroit (US-Bundesstaat Michigan).

Audi hat beste Chancen, sich in Mosport oder Detroit bereits vorzeitig den Titel in der Hersteller- und Teamwertung zu sichern. Der rund 650 PS starke Audi R10 TDI ist in seiner Klasse weiter ungeschlagen und in diesem Jahr mit bisher acht Siegen und sieben zweiten Plätzen das erfolgreichste Fahrzeug der American Le Mans-Serie, gefolgt von der Chevrolet Corvette (acht Siege, sechs zweite Plätze) und dem Porsche RS Spyder (sieben Siege, sechs zweite Plätze). Für Audi wäre es bereits der achte Titelgewinn in Folge in Amerika und der zweite mit TDI Power.

In der Fahrerwertung haben Dindo Capello und Allan McNish vor den letzten vier Rennen des Jahres 22 Punkte Vorsprung auf ihre Teamkollegen Emanuele Pirro und Marco Werner. Alle vier Audi Piloten freuen sich genauso auf das kanadische Gastspiel der American Le Mans-Serie wie auf das "Heimspiel" in Detroit.

Audi of America hat seinen Sitz in Auburn Hills, nur etwa 30 Meilen von der Rennstrecke entfernt, die sich auf einer Insel im Detroit River befindet. Der "Belle Isle Detroit Grand Prix" wurde zuletzt 2001 ausgetragen und bringt nun den großen Motorsport zurück in die amerikanische Metropole. Für den Audi R10 TDI ist Detroit nach St. Petersburg, Long Beach und Houston bereits das vierte Stadtrennen.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Mosport und Detroit sind zwei weitere Strecken, auf denen die LM P2-Fahrzeuge aufgrund ihres geringeren Gewichts im Vorteil sind - das zeigen zumindest unsere Computer-Simulationen. Wir wollen uns trotzdem nicht mit Klassensiegen begnügen und weiter versuchen, die Siegesserie der LM P2-Autos zu beenden. Das Rennen in Detroit wird ein besonderes für Audi: Erstmals starten wir vor der Haustür von Audi of America.

Dindo Capello (Audi R10 TDI #1):
Mosport ist eine wunderschöne, sehr schnelle Rennstrecke. Leider gibt es keine so lange Gerade wie in Road America, auf der wir viel Zeit auf die leichteren LM P2-Autos gutmachen konnten. Etwas über Detroit zu sagen, ist schwierig. Das Streckenlayout sieht gut aus. Aber Stadtkurse mit Betonplatten sind nicht gerade ideal für unseren Audi R10 TDI. In Houston waren die Voraussetzungen allerdings ähnlich, und dort hatten wir den Speed, um das Rennen zu gewinnen. Also hoffe ich, dass es in Detroit auch so sein wird.

Allan McNish (Audi R10 TDI #1):
Die Strecken in Mosport und Detroit könnten unterschiedlicher kaum sein: Mosport ist extrem schnell mit einem flüssigen Streckenverlauf, Detroit ein klassischer Stadtkurs, langsam und eng. An Mosport haben Dindo (Capello) und ich beste Erinnerungen: 2000 haben wir dort ein unheimlich spannendes Rennen gewonnen - es war der knappste Zieleinlauf in der Geschichte der American Le Mans-Serie. Im vergangenen Jahr haben wir in Mosport vorzeitig den Meistertitel geholt. Den Kurs in Detroit habe ich mir vor Road America angesehen. Eines steht fest: Die Zuschauer dürfen sich auf ein spektakuläres Rennen freuen.

Emanuele Pirro (Audi R10 TDI #2):
Die Strecke in Mosport mit ihren sehr schnellen Kurven ist eine große Herausforderung, auf die ich mich als Fahrer richtig freue. Sie ist schön zu fahren, vor allem mit unserem R10 TDI, der viel Abtrieb hat und daher in schnellen Kurven sehr gut ist. Detroit ist für uns alle eine neue Strecke. Es ist quasi ein Heimrennen, weil Audi of America in Detroit zuhause ist. Wir werden alles dafür tun, trotz der Handicaps, die wir haben, dort gut auszusehen.

Marco Werner (Audi R10 TDI #2):
Mit dem R10 TDI fahre ich zum ersten Mal in Mosport. Ich freue mich darauf, weil die Strecke interessant ist. Es gibt viele schnelle Passagen, die unserem Auto liegen. Es gibt allerdings auch zwei, drei sehr langsame Ecken, in denen die LM P2-Autos im Vorteil sind. Detroit ist etwas ganz Neues und noch dazu ein Stadtkurs, was ich besonders gerne mag. Der R10 TDI war auf den bisherigen Stadtkursen stärker als wir das erwartet hatten. Ich hoffe, das ist in Detroit auch so.

Dave Maraj (Team Direktor Audi Sport North America):
Das ganze Team und Audi Sport arbeiten extrem hart, um die Handicaps, die wir gegenüber den LM P2-Sportwagen haben, besser kompensieren zu können. Dazu zählt auch, dass wir nicht so viel Zeit beim Nachtanken verlieren dürfen. Wir versuchen, das zu ändern. Die Penske-Porsche in Detroit zu schlagen, würde uns besonders gefallen - schließlich wird das Rennen von Penske organisiert...


Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video