Bruno Senna war vor dem Start in Istanbul sehr, sehr zuversichtlich gewesen, hatte eine große Chance gesehen, zumindest wieder aufs Podium zu fahren, doch dann wurden seine Hoffnungen schon nach wenigen Sekunden zunichte gemacht: "Am Start ist vor mir Carroll schon nicht richtig weggekommen, bei dem Versuch, nicht auf ihn drauf zu fahren, hat bei meinem Auto die Elektronik auch kurzzeitig in den Anti-Stall-Modus geschaltet. Warum weiß ich allerdings auch nicht - ich bin da ja schon wieder gefahren. Aber dadurch sind dann einige an mir vorbeigefahren, weil ich ja jeden Schwung verloren hatte. Aber das größte Problem war, dass dann von irgendwo ein Arden quer angeflogen kam, der meinen Frontflügel mitgenommen hat..."
Der "Übeltäter" war Yelmer Buurman, der allerdings selbst nicht unbedingt viel dafür konnte - er war ebenfalls angestoßen wurden, "möglicherweise von Valles" und verletzte sich bei der ganzen Aktion auch noch an der Hand, die nach dem Rennen dringender Eiskühlung bedurfte.
"Jedenfalls musste ich gleich an die Box - und weil sich ein Teil des Flügels unter dem Auto verklemmt hatte, dauerte der Nasenwechsel so ewig, dass ich nachher keine Chance mehr hatte." Über eine Minute verlor der Brasilianer durch den Stopp, da nützte dann auch eine fantastische Aufholjagd mit immer wieder neuen schnellsten Rennrunden nichts. "Das Auto war schon sehr gut, den Speed hatten wir, obwohl ich durch den Wechsel nicht einmal mehr den optimalen Frontflügel hatte. Wir hatten in der Startaufstellung noch ein bisschen mehr Downforce gegeben, das Reserveteil war dann aber die alte Version, und die Bargeboards und einiges andere waren auch noch beschädigt... Aber ich konnte zumindest die ganze Zeit pushen, habe keinen Fehler dabei gemacht, insofern kann ich zumindest damit recht zufrieden sein."
Zum Pflicht-Reifenwechsel konnte man den frühen Stopp bei iSport auch nicht nutzen - das verbietet das Reglement: Seit neuestem sind die Pflichtstopps in der GP2 sogar erst nach der sechsten und nicht wie früher schon nach der zweiten Runde erlaubt. "Wenn das gegangen wäre, hätte ich vielleicht noch ein paar mehr Möglichkeiten gehabt, aber so..." Zwar konnte Senna die von seinem Landsmann Alberto Valerio ausgelöste Safety-Car-Phase zum zweiten Stopp nutzen, so dass sich der zusätzliche Zeitverlust in Grenzen hielt, aber die Hoffnung, dann nach dem Re-Start vielleicht doch noch ein paar Positionen gutmachen zu können, währte nicht lange: "Ich hing da hinter einem Zug langsamer Leute fest, Nunes war langsam, aber er hat Buurman, der noch langsamer war, im Windschatten mitgezogen... Und dadurch kam ich dann auch irgendwie nie dicht genug ran, um noch zu überholen."
Dass sich das Überholen mit den neuen Autos jetzt selbst in Istanbul so schwierig gestaltet - was ja etwa auch Andi Zuber hinter Grosjean schmerzlich feststellen musste - dämpft natürlich auch die Hoffnungen, im Sprintrennen noch etwas gerade biegen zu können. "Von Startplatz 15 aus wird das sehr schwer... Sicher hat Pantano sich jetzt einen ganz schönen Vorsprung geholt, aber die Meisterschaft ist lang, noch sollte man sich also nicht verrückt machen."

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