Eigentlich hatte Timo Glock sich gerade in eine gute Ausgangsposition für das erste GP2-Rennen bei der Entscheidung in Valencia gebracht; er kam auf Startplatz zwei, sein Titelrivale Lucas di Grassi lediglich auf Platz sieben. Seine Stimmung drückte aber alles andere aus als Zufriedenheit, denn die technischen Probleme, die ihn, iSport und die Serie schon während der ganzen Saison verfolgen, machten auch diesmal wieder ihre Aufwartung. "Die Bremsen machen mir etwas Sorgen. Nach einer halben Stunde im freien Training hatte ich schon Probleme damit. Vielleicht müssen wir nach dem halben Rennen stoppen und die Bremsscheiben wechseln. Das ist einfach nur noch lächerlich", sagte ein frustrierter Glock.

Gegenüber motorsport-magazin.com erklärte er, dass die Bremsen lang weich und unkonstant werden. "Die schmelzen einfach zusammen." Er ist nun nur noch froh, wenn er das Wochenende hinter sich hat und in beiden Rennen ins Ziel kommt. "Die Meisterschaft ist nur noch eine Lotterie. Man weiß nie, was passiert", schimpfte der iSport-Pilot. Deswegen war für ihn das Qualifying auch vernachlässigbar, da schon die letzten Rennen gezeigt haben, dass es ganz egal ist, wo man startet. "Man kann vorne oder hinten sein, das ist wurscht, denn das Rennen wird eine ganz andere Geschichte." Glock konnte einfach nicht damit aufhören, den Kopf zu schütteln. Er meinte zur technischen Situation: "Es ist einfach unglaublich. Ich weiß auch nicht, was hier los ist."

Die Pole Position hätte er trotzdem gerne gehabt und die zwei Punkte dafür mitgenommen. Seiner Meinung nach wäre sie auch drin gewesen. "Ich hatte einen kleinen Fehler in der letzten Kurve, was mich knapp eine Zehntel gekostet hat. Jetzt müssen wir schauen, wie das Rennen funktioniert", meinte er. Wichtig wird für ihn vor allem sein, dass der Start reibungslos über die Bühne geht. "Das ist das nächste Thema. Mal sehen, wie der funktioniert und dann müssen wir einfach schauen."

Für den Moment war er aber noch etwas auf die unzuverlässige Technik konzentriert, die ihn weiter wurmte. Denn auch sein Teamkollege Andreas Zuber hatte Probleme mit einem gebrochenen Kabel, die ihm das Leben im Qualifying schwer machten. "Das ist wieder dasselbe", meinte Glock, "er hat ein Elektronikproblem gehabt, das einmal im Jahr passiert. Das sind Dinge, die kann man nicht mehr glauben."