Ein etwas besseres Auto, gar keine schlechte Perspektive im Rennen - aber am Ende doch wieder eine Ladung Frust: Bruno Senna ist im Moment alles andere als vom Glück verfolgt. Dabei hatten ein guter Start und eine durchaus viel versprechende Strategie mit nicht ganz so frühem Boxenstopp wie zuletzt in Silverstone selbst vom 16. Startplatz aus zunächst noch einige Perspektiven eröffnet. "Am Start habe ich ein bisschen von dem Unfall vor mir zwischen Buemi und Fillipi profitiert, dem ich zum Glück innen noch entkommen konnte, ohne dass mich eines der sich drehenden Autos erwischt hätte. Das Rennen war eigentlich schon deutlich besser als gestern das Qualifying, das Auto war auch um einiges besser, nachdem wir an der Abstimmung einiges gemacht haben, vor allem im Heckbereich, mechanisch und auch an der Aerodynamik. Wirklich gut allerdings noch immer nicht, Untersteuern hatte ich schon immer noch", erklärte er gegenüber motorsport-magazin.com.

Zumindest der heiß begehrte achte Platz, der die Pole-Position für den Sonntag bedeutet hätte, wäre durchaus in Reichweite gewesen, ehe die Sportkommissare ihm eine Boxendurchfahrtsstrafe für ein Überholmanöver gegen Adam Caroll aufbrummten, bei dem der Engländer auf der Strecke geblieben war. "Aber ich finde, das war schon ein bisschen ungerecht. Ich glaube nicht, dass ich diesen Unfall wirklich verursacht habe. Er war etwas langsamer, hat bei der Anfahrt auf die erste Kurve die Tür offen gelassen, ich habe meine Chance gesehen, bin rein gestochen, war dadurch natürlich mit dem Bremspunkt am Limit. Dann hat er die Tür plötzlich doch wieder zu gemacht. Wo sollte ich denn da noch hin?"

Was den Brasilianer vor allem ärgerte: dass es in diesem Jahr in der GP2 schon unzählige wesentlich krassere, eindeutigere Situationen gegeben hatte, in denen keine Strafen ausgesprochen wurden. "Ich glaube, ich habe es da abgekriegt, weil ich das Glück hatte, dass an meinem Auto nichts passiert ist, während Caroll nicht weiterfahren konnte... Man muss sich doch nur mal die Autos bei uns anschauen, da hat jeder überall irgendwo Reifenspuren..." Das nächste, was die Sache noch schlimmer machte: "Dass sie sich mit dieser Entscheidung so viel Zeit gelassen haben. Wenn die Strafe wenigstens früher gekommen wäre, so dass ich nachher noch ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte, da ein paar von den langsamen Autos vor mir zu überholen... Aber so hatte ich ja nur noch vier Runden, da kann man nicht mehr viel machen. Jetzt wird das morgen vom Platz 15 aus wieder ein sehr hartes Rennen."