Nach einer langen Durststrecke konnte Timo Glock auf dem Nürburgring seinen zweiten Saisonsieg einfahren. Der Hesse setzte sich damit in der Gesamtwertung wieder etwas von seinem härtesten Kontrahenten Lucas di Grassi ab, der heute Zweiter wurde. Absolut perfekt ist das Rennen von Glock allerdings nicht gelaufen. "Mein Start war echt bescheiden", meinte der Sieger. "Ich weiß nicht wieso, aber irgendwas stimmt mit der Kupplung nicht. Wenn ich den Kupplungshebel loslasse, dauert es zwei bis drei Zehntel, bis etwas passiert. Ich habe schon immer schlechtere Starts gehabt als die anderen Fahrer." Auch am Nürburgring klappte es nicht richtig, Lucas di Grassi zog noch vor der ersten Kurve vorbei.

Rundenlang hing Glock hinter dem Brasilianer fest, doch an ihm vorbeizukommen schien unmöglich. "Am Anfang konnte ich gar nicht so viel Druck machen, da mein Auto mit dem vollen Tank noch nicht so gut lag. Dann wurde es allerdings immer schneller." Wie schnell, das konnte der Odenwälder zeigen, als sein Vordermann zwei Runden vor ihm in die Boxengasse abbog. "Schon als er rein fuhr, war ich richtig nah dran. Ich wusste, dass ich die Reifen richtig hart rannehmen muss. Auf kalten Reifen bin ich dann vor ihm aus der Box gekommen. Bis die auf Temperatur waren, war das Auto schwer zu fahren", sagte Glock im Gespräch mit motorsport-magazin.com.

Auch wenn es so aussah, als wäre der Sieg eine lockere Sache gewesen, war es gar nicht so einfach. Der Tabellenführer hing rundenlang hinter Jason Tahinci fest, der seinen Boxenstopp noch nicht gemacht hatte; von hinten kamen Di Grassi und Co immer näher. "Manchmal hat er die Tür zu gemacht, manchmal hat er sie offen gelassen. Es war mir einfach zu heikel, ihn zu überholen." Auch als Glock vorbei zog, war er sich seines Sieges noch nicht sicher. Ein Bremsplatten und Vibrationen machten ihm zu schaffen. "Mir kamen die Bilder von Kimi Räikkönen in den Kopf, der mit einem Bremsplatten in der letzten Runde ausgeschieden ist. Ich habe es dann etwas langsamer angehen lassen und immer mal wieder eine langsame Runde gedreht, damit die Reifen abkühlen konnten", erklärte der iSport-Pilot nach dem Rennen. Freuen tat er sich nach dem Sieg natürlich riesig: "Es ist toll nach zwei verpatzten Wochenenden zurück zu schlagen und das ausgerechnet vor heimischen Publikum am Nürburgring." Morgen gibt es bei Glock natürlich nur eine Motto: Volle Fahrt voraus. Vielleicht schafft er sogar einen Doppelsieg…