Michael Ammermüller ging mit großen Zielen in die Saison. Ein Platz in den Top-3 sollte es schon sein, mit dem Meistertitel wollte er öffentlich nicht spekulieren, aber bei den Experten galt er als einer der Topfavoriten; immerhin fuhr er im Meisterauto der vergangenen beiden Jahre. Doch dann kam alles anders. Eine Handverletzung im ersten Saisonrennen, eine lange Pause und dann nur ein Comeback für zwei Rennen. Dann war es schon wieder vorbei. Für ihn kehrt sein Monaco-Vertreter Sébastien Buemi ins zweite ART-Cockpit zurück.
"Dr.Marko hat mich nach dem Silverstone-Wochenende zu einem Gespräch gebeten", sagt Michael sichtlich enttäuscht. Er soll seine Handverletzung, die er beim Saisonauftakt in Bahrain erlitten hat erst hundertprozentig auskurieren, ehe man über weitere Renneinsätze nachdenkt. "Das Zusehen auf dem Nürburgring ist sehr bitter. Natürlich war die Verletzung ziemlich schwerwiegend. Ich denke aber, dass ich in Magny Cours beim Comeback trotzdem ganz gut ausgesehen habe", so der Deutsche. "Zuletzt habe ich im Rennen überhaupt nicht mehr an die Schraube im Knochen gedacht."
Zur Erinnerung: Bereits in der ersten Rennrunde hatte er sich auf Rang 5 vorkatapultiert, ehe die gelben Flaggen herauskamen und Ernesto Viso ihn als unfreiwillige Sprungschanze für seinen Horror-Crash benutzte. "Damit war leider auch das Sprintrennen dahin, aber immerhin konnte ich als Trost die schnellste Rennrunde drehen."
Somit heißt es für Michael erst einmal abwarten und sich mit Leistung wieder aufdrängen. Nicht so leicht, wenn einem im Moment das richtige Cockpit dazu fehlt. "Ich will natürlich so schnell wie möglich topfit wieder in ein Renncockpit steigen. Denn vom Zusehen alleine wird wohl weder das Handgelenk noch meine Stimmung besser", sagt er bittersüß. "Ich brenne auf meine nächste Chance, und ich bin mir sicher, sie kommt recht bald." Vielleicht sogar eine Stufe höher. Denn derzeit hat Red Bull keinen Test- und Ersatzfahrer mit einer gültigen Superlizenz. Buemi ist weit davon entfernt, Ammermüller sitzt auf der Tribüne und Robert Doornbos fährt im fernen Amerika ChampCar-Rennen.



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