Andreas Zuber konnte in Silverstone seinen ersten Saisonsieg in der GP2 feiern. Der Österreicher kontrollierte das Rennen, nur nach dem Boxenstopp wurde es für kurze Zeit eng. Zusammen mit Zuber durften Mike Conway und Kazuki Nakajima auf das Podest steigen. Timo Glock wird dagegen weiter vom Pech verfolgt. Der Deutsche blieb zum dritten Mal ohne Punkte, ebenso wie sein Landsmann Michael Ammermüller.

Das mit dem Start müssen die GP2-Piloten auf jeden Fall noch einmal üben. Diesmal war es Andy Soucek, der seinen Motor abwürgte und damit für eine weitere Einführungsrunde sorgte. Seine Kollegen dürften ihm nicht ganz böse gewesen sein, denn so konnten sie ihre harten Slick-Reifen abermals aufwärmen und auf Betriebstemperatur bringen. Der zweite Startversuch klappte dann, vor allem bei Andreas Zuber und Timo Glock. Zuber konnte trotzt Wheelspin als Erster in die erste Kurve einbiegen, Glock zog an Nakajima vorbei und lag schon auf der vierten Position.

Während Glock hinter Luca di Grassi festhing, konnte Zuber sich zusammen mit Mike Conway vom Feld absetzen. Erst in der vierten Runde konnte der Odenwälder den Brasilianer austricksen und vorbeiziehen. Auch Adam Carroll nutzte die Chance und schnappte sich den ART-Piloten. Am Ende sollte Di Grassi trotzdem die Nase vorne haben, denn seine beiden Konkurrenten sollten noch in Probleme geraten. Probleme hatte auch Bruno Senna. Nach einer verpatzten Qualifikation ging der Arden-Fahrer heute von weit hinten ins Rennen. Doch die Aufholjagd des Brasilianers wurde immer wieder durch langsamere Fahrzeuge unterbrochen.

Glock mit Problemen

Die ersten Boxenstopps in der Spitzengruppe gab es ab der elften Runde zu sehen. Als erstes kam Timo Glock zu seinem Team herein. Der reguläre Reifenwechsel sollte nicht der letzte Besuch an der Box sein. In Runde 15 rollte Glock langsam um den Kurs von Silverstone und schaffte es gerade noch in die Boxenstraße. Dort dauerte es zwar eine halbe Ewigkeit, bis die Mechaniker sein Auto wieder in Gang setzen konnten, aber immerhin ging das Rennen nach sechs Runden weiter. Letztlich wurde er als 21. Gewertet, auch wenn er kurz vor dem Ziel abermals ausrollte und endgültig aufgeben musste.

Timo Glock hatte im Kampf um den Sieg also nichts mehr zu melden. Zuber dagegen musste sich gegen Conway und Carroll zu Wehr setzen, die bei ihrem Heimspiel unbedingt nach ganz vorne wollten. Der DTM-Pilot Carroll machte sich jedoch selbst einen Strich durch die Rechnung. Der Brite fuhr zu forsch in die Box und kassierte eine Durchfahrtsstrafe, die ihn bis auf Platz sechs zurückwarf. Auch Abseits der Spitze ging es zur Sache. Giorgio Pantano verabschiedete sich mit einem heftigen Motorplatzer, noch spektakulärer war jedoch der Ausfall von Nicolas Lapierre. Der Franzose flog in der Copse-Kurve heftig ab und hatte Glück, sich nicht zu überschlagen. Nach einem harten Einprall in die Mauer und danach in einen großen Reifenstapel stieg Lapierre etwas benommen, aber körperlich okay aus dem Auto.

Senna kämpft um jeden Platz

In der Schlussphase des Rennens beeindruckte Bruno Senna abermals mit einem beherzten Auftreten. Der Brasilianer jagte Michael Ammermüller im Duell um den zehnten Platz um die Strecke. Mehrfach versuchte sich Senna neben den Deutschen zu setzen, der konnte seine Position aber immer wieder verteidigen. Auch im Ziel lag Ammermüller vorne - doch für einen zehnten Platz kann er sich nicht viel kaufen, vor allem da er von der siebten Position aus ins Rennen ging.

Unbeeindruckt von Alledem spulte Andreas Zuber die letzten Runden ab, die ihm noch zum Sieg fehlten. Seinen letzten und bisher einzigen Sieg holte der Österreicher im letzten Jahr. Nach 35 Runden überquerte Zuber die Ziellinie zum ersten Mal in dieser Saison als Erster. Die zehn Punkte für die Meisterschaftwertung kann er dringend gebrauchen, denn dort dümpelte er bisher nur im Mittelfeld herum. Mike Conway folgte mit etwa zwei Sekunden Rückstand und fuhr ebenfalls sein bisher bestes Saisonresultat ein. Dahinter erstreckte sich erst einmal ein großes Loch. Kazuki Nakajima belegte Rang drei, dahinter kamen Di Grassi, Filippi, Carroll, Maldonado und Rodriguez in die Punkte.