Besonders gut geschlafen hatte er nicht in der Nacht nach seinem ersten GP2-Sieg, aber dennoch lieferte Bruno Senna auch im zweiten Lauf in Barcelona mit Platz vier, nur eine Zehntel hinter Lucas di Grassi, wieder eine Top-Leistung ab. Vor allem freute sich der Brasilianer über seinen erneut perfekten Start: "Der war wieder richtig gut, fast noch besser als gestern. Ich habe dabei ja sogar Timo überholt, das sagt schon einiges, der ist ja nun wirklich kein schlechter Starter. Aber er war dann soviel schneller, dass ich ihn nicht halten konnte. Ich wollte ihn mir auch nicht mit einem Gewaltmanöver zum Feind machen - denn so was kriegt man dann irgendwann mal zurück. Timo hat ja dann auch Di Grassi und Villa ziemlich schnell erwischt…"

Er selbst kam dann an Di Grassi nicht vorbei, "obwohl ich wahrscheinlich ein bisschen schneller hätte fahren können. Die Strategie war, am Anfang eher abzuwarten, auf keinen Fall die Reifen zu sehr zu strapazieren, um dann am Ende noch einmal einen Angriff starten zu können. Das habe ich auch versucht, ich habe Druck gemacht, um ihn vielleicht in einen Fehler zu treiben - aber er hat keinen gemacht, der groß genug war, um ihn auszunützen." In der letzten Runde versuchte er noch einen Trick, fuhr die letzte Schikane im ersten statt im zweiten Gang, "das ist zwar riskant, aber ich dachte, in der letzten Runde kann man es ja probieren." Beinahe hätte es funktioniert, auf der Ziellinie fehlte nur eine Zehntel. "Im Nachhinein gesehen, wenn mir das eine Runde früher eingefallen wäre, wo ich noch die ganze Gerade zum Überholen gehabt hätte, hätte es vielleicht gereicht. Aber anderseits, wenn was kaputt gegangen wäre… Es ging ja nur im einen Punkt, da ist es einfach nicht wert, dass man einen Gewaltakt versucht und dabei das Auto rausschmeißt."

In der Gesamtbilanz war Bruno mit seinem Barcelona-Wochenende mehr als zufrieden: "Ich habe nicht nur meinen ersten Sieg geholt, ich war auch hinter Timo der, der hier die zweitmeisten Punkte geholt hat, und ich bin Zweiter in der Meisterschaft. Mit Blick darauf, was ich mir so vorher an eigenen Zielen gesteckt hatte, liege ich mehr als voll im Plan." Dass jetzt alle schon spekulieren, wann er denn wohl zumindest einmal seinen ersten Test in der Formel 1 fahren werden, kann er nicht mehr verhindern, "aber ich kann nur sagen, langsam. Sicher, wenn ich konstant diese Leistungen bringe, solche Ergebnisse wiederholen kann, dass wird das kommen. Aber ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf die nächsten Rennen, vor allem jetzt auf Monaco. Ich liebe ja Stadtkurse - und ich habe auch schon einige Ideen, was wir am Auto machen müssen, damit wir auch dort gut aussehen."