Alles andere als gelungen würde ich meinen Start in die Saison 2007 bezeichnen. Der Motorschaden im Qualifying in Bahrain und somit Startplatz 15 waren schon mal nicht wirklich die beste Basis für das Rennen. Ich konnten mich dann zwar trotzdem gut nach vorne arbeiten, doch auf Grund des relativ frühen Boxenstopps und des Verkehrs in dem ich dann hängen geblieben bin waren meine Reifen zum Schluss des Rennens einfach zu schlecht, um weiter angreifen zu können. Der Unfall mit Kazuki Nakajima, bei dem ich mir das Kahnbein im Handgelenk gebrochen habe, setzte dem Rennen dann noch die Krone auf.
Der Sprint am Sonntag verlief nicht wesentlich besser. Hätte ich da bereits gewusst, dass die Verletzung ein Bruch und nicht wie angenommen eine Verstauchung ist, wäre ich gar nicht erst gestartet. Der chaotische Verlauf des Sprints war dann alles andere als förderlich für die Verletzung. Man könnte meinen die Safety-Car-Phasen durch die Kollisionen wären mir entgegen gekommen, doch weit gefehlt. Durch die vielen Lenkbewegungen um die Reifen auf Temperatur zu halten wurde das Handgelenk unnötig beansprucht und auf Grund der Schmerzen bin ich das halbe Rennen nur mit der linken Hand gefahren.
Der Speed war auch gut, aber in den Kurven konnte ich einfach nicht ans Limit gehen und somit nicht mehr aus dem Auto rausholen. Zehnter im Rennen, Siebter im Sprint. Da hatte ich mir natürlich mehr erwartet. Doch trotzdem war der Saisonstart recht lehrreich. Wir wissen nun, dass wir genauso schnell sein können wie die anderen und langsam zeichnet sich ab, wer in dieser Saison wie stark sein wird. So waren zum Beispiel einige Fahrer dabei die überraschend gut gefahren sind, mit denen man vor dem Saisonstart eigentlich nicht gerechnet hatte.

Die Woche nach Bahrain habe ich dann mit diversen Kühlbeuteln und Besuchen beim Arzt verbracht. Zum Glück konnte ich relativ zeitnah operiert werden. Unter Vollnarkose wurde mir eine so genannte "Herbert-Schraube" ins Kahnbein eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine speziell für diese Verletzung entwickelte Titanschraube mit zwei unterschiedlichen Gewinden, die eine starke Kompression der Bruchstücke bewirkt. Dies ist eine optimale Situation für die Frakturheilung und verkürzt den Heilungsverlauf erheblich. Zudem konnte ich dadurch relativ zügig mein Fitnesstraining fortsetzen und durch die sofortige physiotherapeutische Behandlung ist von Tag zu Tag eine starke Verbesserung der Flexibilität im Handgelenk zu beobachten. Da ich keinen Gips habe und regelmäßig trainieren kann, hat die Verletzung auch keine Auswirkungen auf meine Unterarmmuskulatur. Damit das auch so bleibt verbringe ich zwei Stunden pro Tag mit intensivem Training bei meinem Physiotherapeuten Andi Koss. Zusätzlich vier Stunden Fitnesstraining pro Tag, um voll im Saft zu bleiben und ihr könnt mir glauben in letzter Zeit schlafe ich ungemein gut.
Dank dieser sehr guten Fortschritte bin ich daher optimistisch, in Barcelona wieder an den Start gehen zu können. Davor werden noch mal Röntgenbilder gemacht und eine abschließende Untersuchung durchgeführt. Solange mir der Operateur Dr. Andreas Priol kein absolutes Veto gibt, werde ich auf alle Fälle probieren Barcelona erfolgreich über die Bühne zu bringen. Letztes Jahr war ich ja Fünfter im Qualifying und Dritter im Rennen. Je nachdem wie es mit der Hand geht - Schmerzen werden sich wohl kaum vermeiden lassen - wäre ein Platz unter den ersten Drei auch in diesem Jahr nicht schlecht. Da seit Bahrain aber keine Tests stattgefunden haben, sollte ich außer der Verletzung keinen nennenswerten Nachteil haben. Um mein Saisonziel zu erreichen, muss ich ohnehin Gas geben. Egal ob mit Verletzung oder ohne. Man sieht sich in Barcelona.

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