Als Allererstes möchte ich einmal allen Lesern hallo sagen, denn schließlich ist das ja die erste Kolumne, die ich hier auf motorsport-magazin.com ins Netz bringe. Für alle, die mich noch nicht kennen, eine kleine Vorstellung: ich bin 23 Jahre alt, komme aus Judenburg in der Steiermark, wohne zurzeit in Dubai und fahre in der kommenden Saison in der GP2 zusammen mit Timo Glock für das Team iSport.

Die Konzentration gilt der kommenden Saison, Foto: Moy/Sutton
Die Konzentration gilt der kommenden Saison, Foto: Moy/Sutton

Und um die kommende Saison dreht sich bei mir momentan auch alles, denn schließlich will ich ganz vorne mitfahren und da ist eine gute Vorbereitung auf das Jahr das Wichtigste. Deswegen habe ich über den Winter auch intensiv mit Erwin Göllner trainiert, damit ich körperlich voll auf der Höhe bin. Vier Mal in der Woche haben wir sieben Stunden am Tag wirklich hart gearbeitet und das hat sich bezahlt gemacht.

Denn vergangene Woche waren die ersten Testfahrten des Jahres in Le Castellet und es ist mir sehr gut gegangen. Nicht nur das Auto hat schon gut funktioniert, sondern auch körperlich war ich sehr gut drauf. Renndistanzen, Qualifying-Simulationen, egal was, ich hatte keine Probleme. Der Nacken hat in keinem Moment geschmerzt und auch die Muskeln haben alles mitgemacht.

Doch auch mit dem Auto hat alles gut geklappt und es ist im ganzen Team alles gut gelaufen. Wir haben unser ganzes Programm abspulen und sogar noch etwas mehr tun können, weil es auch ein wenig geregnet hat. Deswegen konnten wir noch mehr testen, als eigentlich geplant war. Vor allem im Regen und auch auf halbnasser Strecke waren Timo und ich wirklich sehr schnell. Im Trockenen waren wir ziemlich gleichauf mit ART und auch der Rest des Feldes war knapp beisammen.

Wir haben vorige Woche wirklich fast alles durchprobiert und eigentlich gar nicht so auf die Rundenzeiten geschaut, auch wenn es uns natürlich gefreut hat, dass wir vorne mit dabei waren. Wir haben ein Rennen simuliert und der Kurs wurde am zweiten Tag zu einer Highspeed-Variante umgebaut, weil wir die Schikane ausgelassen haben und deswegen eine ähnlich lange Gerade wie jene in Monza hatten. Da konnten wir dann mit dem neuen Heckflügel Hochgeschwindigkeits-Tests durchführen und uns auch gleich auf die Rennen in Monza und Spa vorbereiten. Es ging einfach darum, dass die Aerodynamik und der mechanische Grip schon einmal in eine gewisse Richtung abgestimmt sind.

Das Auto wurde auf verschiedenen Setups getestet, Foto: GP2 Series
Das Auto wurde auf verschiedenen Setups getestet, Foto: GP2 Series

Als unsere Hauptkonkurrenten um die Rennsiege erwarte ich im nächsten Jahr die Fahrer von ART, denn obwohl man bei Tests nie genau weiß, wer mit welchem Setup unterwegs ist, so war klar zu erkennen, dass die schnell sein werden. Ansonsten erwarte ich noch, dass Antonio Pizzonia und Giorgio Pantano hin und wieder vorne mitmischen, aber die ARTs werden die Autos sein, die es zu schlagen gilt.

Der wichtigste Gratmesser für mich ist aber wahrscheinlich mein Teamkollege. Timo ist verdammt schnell, das hat er mir schon einige Male gezeigt und auch bei BMW Sauber zeigt er regelmäßig was er kann. Am zweiten Tag in Le Castellet war ich zwar schneller als er, aber am ersten Tag hatte er die Nase vorne und in Valencia Anfang Dezember war das bereits genauso. Das wird also auch ein richtig interessantes Duell zwischen uns beiden und darauf freue ich mich schon. Denn einerseits verstehe ich mich mit Timo sehr gut und andererseits ist es ein gutes Zeichen, wenn ich mit ihm mithalten oder sogar schneller sein kann. Bevor es losgeht, gibt es im März aber noch ein paar Tests und da werde ich schauen, dass wir das Auto noch besser hinbekommen. Wie es mir dabei gegangen ist, könnt ihr dann gerne wieder hier nachlesen. Bis dann!