21 Rennen hatte die GP2-Saison 2006. Wie die Debütsaison im Vorjahr sah sie am Ende einen verdienten Meister. Seit Monza steht fest: Der Nachfolger von Nico Rosberg heißt Lewis Hamilton. "Er war der Dominator des Jahres - der beste Fahrer im besten Auto", lobt motorsport-magazin.com Motorsport-Experte Sven Heidfeld. "Knapp dahinter waren vom Talent und Speed Nelson Piquet Jr und Timo Glock. Mit gleichem Material wäre es zwischen diesen Drei richtig eng geworden - das hat Timo ja in der zweiten Saisonhälfte bewiesen."
Aber auch Nelson Piquet hat sich laut Sven im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. "Er hat weniger Fehler gemacht und ist mehr mit Köpfchen gefahren." Der Lohn dafür ist ein Testcockpit bei Renault. Neben Piquet stehen auch Hamilton und Glock vor dem Sprung in die F1. "Die GP2 ist also weiterhin die beste Nachwuchsschmiede neben der F3 Euro Serie", betont Sven. "Es gibt dort richtig viele gute Fahrer."
Das einzige Problem von Nelson Piquet sind seine teilweise nicht nachvollziehbaren Kommentare. Zuletzt sagte er gegenüber motorsport-magazin.com, dass er schon lange in der F1 wäre, wenn er so eine Unterstützung genossen hätte wie Sebastian Vettel durch Red Bull und BMW. Und auch Nico Rosberg bekam wieder einmal sein Fett weg. Piquet Junior sieht den Deutschen nicht so stark, wie ihn viele sehen.
"Dabei muss man bedenken, dass sein Vater genauso ist", sagt Sven. "Nelson Piquet hat sich ja zuletzt auch ziemlich abwertend über die GP Masters und seine Ex-Kollegen ausgelassen. Das ist alles unnötig und muss nicht sein." Denn Sven weiß aus Gesprächen mit Sebastian Vettel genau, wie schwierig er es hatte in seinen Kartjahren genügend Geld zusammen zu kratzen. "Piquet standen da ganz andere Möglichkeiten offen." Beispielsweise ein eigenes Formel 3- und jetzt GP2-Team von Piquet Sports. "Dafür hatte er es wegen des Namens schwieriger", betont Sven.
Nichtsdestotrotz ist Sven von den fahrerischen Leistungen des Brasilianers überzeugt. "Jetzt ist er in der Formel 1, jetzt kann er beweisen, was er drauf hat. Ich halte ihn jedenfalls für richtig gut." Piquet würde sich als Fahrer stetig steigern und weiter dazu lernen. "Er ist mit guten Autos extrem schnell, aber auch mit einem nicht so perfekten Auto holt er alles heraus."



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