Der Wechsel von Timo Glock vom spanischen "BCN Team" zum britischen Team von "isports Racing" sollte die Wende in der verkorksten ersten Saisonhälfte von Speed Academy Jurymitglied Timo Glock bringen.
Zum ersten freien Training auf der Traditionsrennstrecke von Silverstone lief sich das neue Gespann gleich gut an. Timo konnte das Auto sofort mit nur 5 Zehntel Abstand zu Nelson Piquet jr., dem Führenden des 1. Trainings auf den 7. Platz stellen. Noch vor seinem neuen Teamkollegen Ernesto Viso und weit vor den Fahrern seines alten Teams BCN Competicion. "Es läuft echt gut", so Timo Glock erleichtert "Das Team macht einen Superjob und ich fühle mich sehr wohl im Auto. Jetzt müssen wir die Ergebnisse mit den Ingenieuren checken und schauen was im Qualifying noch geht." Dort ging viel: Platz 5 und eine gute Ausgangslage für das 1. Rennen am Samstag.
"Ich fühlte mich auf Anhieb wohl", berichtete der 24-Jährige, nachdem er mit Team-Mitbesitzer Jonathan Williams und seinem Ingenieur eine Schnupper-Runde um die Traditionspiste bei Northampton gedreht und den Mechanikern eine Weile bei der Arbeit über die Schulter geguckt hatte. "Man merkt, dass man sich hier in einem typisch englischen Team befindet. Die ganze Herangehensweise und Mentalität spiegelt den viel beschworenen typischen 'British Racing Spirit' wider. Mir gefällt die Art, wie die Briten an den Motorsport herangehen, unheimlich. Man merkt, dass sie sehr methodisch und zielstrebig arbeiten - und nicht lange diskutieren, sondern einfach die Arbeiten erledigen, die anfallen."
Glocks plötzlicher Wechsel von BCN zu iSport für das Silverstone-Rennen bildete im Fahrerlager des "Home of British Motorracing" eines der Hauptgesprächsthemen des Tages. "Vielleicht kommt's mir auch nur so vor, aber ich habe das Gefühl, dass sich unheimlich viele Leute aus dem GP2-Fahrerlager danach erkundigen und darüber sprechen, warum dieser Wechsel zustande gekommen ist", schmunzelte Timo. "Ich hoffe mal, dass das aus Respekt vor mir geschieht - und nicht vor dem Hintergrund, dass sie erwarten, dass ich´s jetzt mal so richtig gezeigt bekomme." Bei iSport fährt Glock an der Seite von Ernesto Viso, der in diesem Jahr schon zwei Rennen gewonnen hat.
"Wie schnell der wirklich ist, kann ich nicht einschätzen, denn ich bin noch nie gegen ihn gefahren. Aber seine beiden Siege waren einer der Gründe dafür, warum wir uns für den Wechsel entschieden haben. Das Team und das Auto müssen also gut genug sein; es gilt im Fahrerlager allgemein als der größte Herausforderer von Platzhirsch ART."
Nicht nur die Atmosphäre fiel Timo positiv auf - sondern auch die Feinarbeit der Mannschaft aus der Nähe von Norwich auf der Halbinsel Suffolk im Osten Englands. "Es gibt einige Details, die bei BCN ein Thema waren, hier aber überhaupt nicht auf der Tagesordnung stehen. Dabei geht es um die Art, wie das Auto für die Qualifikation und das Rennen abgestimmt wird und wie es die Hinterreifen heran nimmt. Ich kann natürlich noch nicht sagen, wie sich das wirklich auswirkt? das weiß ich frühestens am Freitag kurz nach Neun. Aber die Daten, die ich gesehen habe, und die Antworten auf Fragen, die ich gestellt habe, klingen zumindest sehr viel versprechend."
Glock bremst zu hohe Erwartungen. "Wunder dürfen wir hier nicht erwarten. Aber wir werden zumindest eine klare Richtung erkennen, wie ich mit dem Auto klarkomme. Ich hoffe, dass sich meine Ahnung bewahrheitet." Mit einem erwartungsfrohen Lächeln setzt er hinterher: "Ich kann's kaum erwarten, am Freitag zum ersten Mal in dem Auto zu sitzen. Wenn der Wagen hier wirklich gut gehen sollte - das wäre endlich mal Klasse..."



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