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GP2 / Interview

Das Programm ist eine Klasse für sich - Binder: Lob für österreichische Fankultur

Darum fährt er so gerne in seiner Heimat: Österreichs GP2-Fahrer Rene Binder vor seinem Heimrennen auf dem Red Bull Ring im Interview.

Motorsport-Magazin.com - Das kommende Rennwochenende markiert den rot-weiß-roten Sporthöhepunkt des Jahres. Welche Erinnerungen bleiben bei Dir vom Comeback-Grand Prix im Vorjahr zurück?

Rene Binder: Nur positive, obwohl es sportlich gesehen bei mir nicht ganz nach Wunsch lief. Bei den aktuell eher rückläufigen Zuschauerzahlen war unser Grand Prix die absolute Ausnahme und ich bin bis heute noch nie vor einer derartigen Zuschauerkulisse ein Rennen gefahren. Ich glaube, die österreichische Fankultur und die Strecke sind einfach etwas ganz Besonderes. Dahinter steht ganz einfach eine große Motorsport-Geschichte. Und das Programm, das Red Bull hier bietet, mit Konzerten, Flugshows und einer Parade der Rennfahrer-Legenden, ist sowieso eine Klasse für sich.

Was ist das Besondere an der Strecke und wo sind ihre Schlüsselstellen?

Rene Binder: Die Strecke ist technisch sehr anspruchsvoll. Man muss das Auto so abstimmen, dass es auf den Geraden den maximalen Topspeed erreicht und trotzdem auch im Infield der Strecke, sowie in der Rindt-Kurve gut liegt. Das sind übrigens auch die zwei schönsten Passagen, die mehr oder weniger eins zu eins vom alten Österreichring übernommen worden sind. Der Ring ist für die Zuschauer perfekt, weil man von den Tribünen aus den perfekten Überblick hat. Das gibt es so auf keiner anderen Formel-1-Rennstrecke.

Als "Soundmachines" spielen die V8 Boliden der GP2 Serie momentan eine nicht unbedeutende Rolle im Unterhaltungsprogramm der Formel 1...

Rene Binder: Das stimmt sicher und beweist auch, dass die Formel 1 dieses Thema nicht ignorieren sollte. Unsere Autos hören sich nach wie vor fünfmal so laut an und sind gar nicht viel langsamer. Das sollte eigentlich nicht sein, auch wenn die GP2 dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Das Thema Heimvorteil wird im Motorsport ja nicht so heiß gekocht wie im Fußball, aber was rechnest Du Dir hier vor heimischer Kulisse aus?

Rene Binder: Es ist zumindest kein Nachteil, wenn man eine Strecke gut kennt, obwohl das auf fast alle GP2-Fahrer zutrifft. Die entscheidende Rolle spielen hier wieder einmal die Reifen, die man erst einmal ins richtige Temperaturfenster bringen muss, was bei dem relativ niedrigen Gripniveau hier gar nicht so einfach ist. Da werden wir heute im Briefing auch noch verschiedene Herangehensweisen durchspielen. Ich freue mich jedenfalls sehr auf diese Heimrennen und was dann unterm Strich herauskommt, werden wir dann ja sehen.


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