1,4 Sekunden. So viel Vorsprung hatte Christian Vietoris beim Qualifying am Freitag in Spa-Francorchamps auf den Rest des Feldes. Doch die scheinbar überlegene Pole für das Rennen am Samstag war nicht sicher, denn Vietoris fuhr seine schnellste Runde unter gelben Flaggen. Ein anschließendes Gespräch mit den Stewards brachte Klarheit: Der Racing-Engineering-Pilot darf seinen Platz behalten.
"Man konnte anhand der Daten erkennen, dass ich unter den gelben Flaggen langsamer wurde", rechtfertigte sich Vietoris anschließend. Charles Pic hatte sich in Blanchimont gedreht, woraufhin viele Piloten ihre schnelle Runde abbrachen. "Was soll ich machen, wenn ich nun einmal schnell bin?", fragte Vietoris rhetorisch. "Die Strecke wurde besser und ich wieder schneller." Die GP2-Piloten hatten während des Qualifyings mit dem typischen Spa-Wetter zu kämpfen: Regen dominierte das Qualifying.
Die Entscheidung fiel pro Vietoris, doch seine Rivalen zweifelten ein wenig an der Richtigkeit. "In Blanchimont, wo knapp 300 km/h gefahren werden, ist der Zeitunterschied schon recht groß - der Risikofaktor aber nur minimal geringer", erklärte Johnny Cecotto Junior im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Ich glaube nicht, dass da jemand zwei Sekunden schneller als alle anderen war und trotzdem noch vom Gas gegangen ist."
Luca Filippi sicherte sich zum dritten Mal in Folge die erste Startreihe. "Mit P2 bin ich glücklich, aber es ist schade, dass es nie für die Pole Position gereicht hat", sagte der Scuderia-Coloni-Pilot. Auch er hatte etwas über die diskussionswürdige Bestzeit von Vietoris zu erzählen. "Wir hätten die Mini-Sektoren in den Briefings deutlicher besprechen müssen", sagte er. "Wie einigten uns zwar über die Regeländerungen über die Minisektoren, aber dabei ging es um Sektor zwei, der eine Minute lang ist"
Filippi war selbst auf einer schnellen Runde unterwegs, brach auf Teamanweisung hin jedoch ab, nachdem er über Pics Dreher informiert wurde. "Beim Briefing sagte man uns, dass jeder Sektor in Mini-Sektoren unterweilt wird, um gelbe Flaggen zu beurteilen, da die Strecke so lang ist", erklärte Filippi.

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