Einmal Dritter, einmal Vierter auf dem Eurospeedway - sieht auf den ersten Blick nicht überragend aus, aber ich bin damit sehr zufrieden. Denn das war wirklich das Beste, was wir mit unserem Startplatz herausholen konnten. Und der Start hat mir ja schon bei meinen beiden ersten Rennen in der Formel BMW in Oschersleben einige Probleme bereitet. Dort stand ich zweimal auf der Pole, habe die aber jeweils vor der ersten Kurve wieder eingebüßt. Wir haben ganz einfach den Fehler gemacht, vorher keine Starts zu üben. Schließlich bin ich in Oschersleben zum ersten Mal ein Formel BMW-Rennen gefahren.
Das Schwierige am Start ist, dass du nicht zu wenig Gas geben darfst, aber eben auch nicht zuviel. Du musst den richtigen Punkt ganz genau treffen. So passierte genau das, womit man eigentlich rechnen konnte. Beim ersten Versuch hab ich zu wenig Gas gegeben, beim zweiten Rennen zu viel. Zwar bin ich beide Male noch aufs Podium gefahren, aber für den Sieg hat es natürlich nicht mehr gereicht.

Auf dem Eurospeedway lief es genau andersherum. Diesmal waren wir im Zeittraining nicht so gut, wie wir es uns erhofft hatten. Noch im freien Training waren wir die Zweitschnellsten. Trotzdem dachten wir, dass wir mit einer kleinen Änderung am Setup noch einen Tick mehr aus dem Auto herausholen können. Doch wir haben wohl wortwörtlich in die falsche Richtung gedreht. Mehr als zwei fünfte Plätze waren nicht drin.
Doch dieses Mal konnte ich in beiden Rennen von Anfang an nach vorne fahren, anstatt zu verlieren. Auch was meine Rundenzeiten betrifft, war ich auf einem Level mit dem Führenden. Und wäre das erste Rennen nur ein Paar Runden länger gewesen, dann hätte ich auch noch Zweiter werden können. Das zweite Rennen war ein bisschen schwieriger, weil Niall Quinn in der ersten Runde hinter mir ziemlich viel Druck gemacht hat. Dadurch ist die Spitzengruppe vor mir etwas davongezogen. Trotzdem konnte ich mich noch einen Platz nach vorne arbeiten.
Mein Fazit nach vier Rennen in der Formel BMW fällt also durchweg positiv aus. Ich bin jetzt schon Zweiter in der Gesamtwertung und weiß, dass wir erstens in der Lage sind auf die Pole zu fahren und zweitens dass ich die jetzt auch im Rennen halten kann. Wir sind also absolut siegfähig. Das sind doch blendende Aussichten vor meinem Heimrennen auf dem Norisring. Darauf freue ich mich riesig, denn ich bin zwar jedes Jahr zum Zuschauen dort gewesen, aber gefahren bin ich noch nie. Doch auch wenn ich die Strecke nur von außen kenne, gefällt sie mir sehr gut - sie ist ein bisschen wie Monaco. Und natürlich will ich dort unbedingt meine ersten beiden Siege einfahren.
Doch bis dahin sind es immer noch drei Wochen. Und das, obwohl das Rennwochenende auf dem Eurospeedway auch schon fast 14 Tage zurückliegt. Eine ganz schön lange Zeit. Doch die Pause hatte für mich auch etwas Gutes. Denn so konnte ich wieder einmal ins Kart steigen. Und zusätzlich bin ich ganz schön in der Welt herum gekommen. Letztes Wochenende war ich in Suzuka in Japan zur Asien-Pazifik-Meisterschaft und in zwei Wochen fahre ich wahrscheinlich ein weiteres Kartrennen in Italien. Doch zuhause ist es immer noch am Schönsten und so kann ich es kaum noch erwarten, bis am Norisring wieder die Motoren heulen

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