Viele sehen dich als großen Favoriten auf den Titel. Welche Ziele hast du dir für die Saison 2008 gesteckt?
Nico Hülkenberg: Zu gewinnen! Ich sehe mich selbst nicht als Favorit, aber ich kann verstehen, dass mich viele dafür halten - schließlich bin ich im zweiten Jahr dabei. Ich sehe das dagegen ganz locker - gewinnen will ich trotzdem so viele Rennen wie möglich, genau wie im letzten Jahr. Ich bin positiver Dinge und freue mich auf die anstehende Saison, denn wir hatten gute Wintertests. Ich bin schon richtig heiß auf Hockenheim.
Viele gute Fahrer sind letztes Jahr aufgestiegen. Wer werden 2008 die schärfsten Rivalen sein?
Nico Hülkenberg: Davon gibt es genug, schließlich haben wir über 30 Autos in der EuroSerie. Es scheint eine richtig harte Sache zu werden. Mücke hat ein gutes Paket und auch Manor sieht wieder stark aus. Es gibt viele gute Fahrer, nicht zu vergessen meine drei Teamkollegen. James Jakes ist ebenfalls im dritten Formel-3-Jahr und Jules Bianchi und Jon Lancester waren auf Anhieb sehr schnell.
Wie zufrieden bist du mit der Testarbeit im Winter?
Nico Hülkenberg: Wir haben uns gut vorbereiten können. Wir haben sehr viel und vor allem seriös getestet - unsere Hausaufgaben haben wir alle erledigt. Jetzt müssen wir in Hockenheim unsere Leistung im Qualifying und Rennen auf den Punkt bringen und abrufen können. Aber das werden wir schon hinkriegen...
Letztes Jahr hat noch nicht alles 100-prozentig geklappt. Was kannst du 2008 noch besser machen?
Nico Hülkenberg: Letztes Jahr ist mir in der Tat der ein oder andere kleine Fehler unterlaufen, aber das lag auch an der Eingewöhnungszeit. Nachdem ich den ganzen Winter im A1-Boliden gefahren bin, musste ich mich erst wieder an das Team und den Formel 3 gewöhnen - das war sehr schwer und dieses Jahr sollte es besser laufen. 2007 gab es einige spezielle Rennsituationen, von denen vielleicht nur ich etwas weiß. Die muss ich in dieser Saison besser und perfekter machen.
Bei Sebastian Vettel hieß es damals, der F1-Testfahrerjob würde ihn zu sehr ablenken. Wie ist das bei dir?
Nico Hülkenberg: Eigentlich bin ich auch ein Typ, der sagt, dass man sich besser auf eine Sache konzentrieren sollte. Bei mir hat die Formel 3 ganz klar Priorität. Bei mir werden die Formel-3-Rennen auch nicht mit den F1-Tests kollidieren, Sebastian war viel mehr eingebunden als ich und musste zu jedem Rennen, ist mehr gefahren. Ich werde in diesem Jahr nur ein paar Tests haben, aber es ist nicht so, dass meine F3-Saison in irgendeiner Weise beeinträchtigt würde.
Kannst du vielleicht sogar Erfahrungen aus der Formel 1 mit in die Formel 3 nehmen?
Nico Hülkenberg: In der Formel 1 sind alle Abläufe viel schneller, man muss im Cockpit aufmerksamer sein. Alles geht viel schneller, von Kurve zu Kurve bleibt nicht viel Zeit. Im Formel 3 kommt einem dann alles sehr langsam vor. Aber dafür habe ich jetzt mehr Zeit über Sachen nachzudenken, alles auf mich wirken zu lassen und es zu verarbeiten. Daher war und ist es für mich eine positive Erfahrung, Formel-1-Tester zu sein. Bei Williams konnte ich bisher viel lernen und das Gelernte mit in die Formel 3 nehmen, um es da mit dem Team umzusetzen.

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