Für Michael Klein schlägt 2008 die Stunde der Wahrheit. Nach dem Gewinn der Trophy im deutschen Cup muss sich der 20-Jährige auf internationaler Basis in der Formel 3 EuroSerie profilieren. Für den ambitionierten Pilot aus dem Team von Jo Zeller stellt das eine nicht unerhebliche Herausforderung dar: "Der Sprung ist schon enorm. In der EuroSerie geht es um jede Kleinigkeit, was man auch in den Zeitenlisten sieht: da machen zwei bis drei Zehntel gleich etliche Plätze aus. Das war im Cup nicht so, wo man in der Trophy einfach so mitfahren und sofort vorne dabei konnte."

Kurz vor dem Saisonstart wurde Klein von einer Virusinfektion befallen und außer Gefecht gesetzt. So verpasste er den letzten Test in Magny-Cours und geht so mit einem kleinen Erfahrungsnachteil in die ersten Rennen auf dem Hockenheimring. "Ich konnte nicht trainieren und habe einen Test verpasst, bisher bin ich immer noch nicht ganz fit. Bis Mugello wird sich das aber wieder ändern", verspricht Klein im Gepräch mit motorsport-magazin.com. "Wir müssen einfach abwarten und sehen, was in Hockenheim möglich ist - ich gebe defintiv mein Bestes, auch wenn ich körperlich merke, dass es noch nicht so gut geht wie normalerweise."

"Ich will unter die ersten Zehn, vielleicht sogar die ersten Acht kommen", lautet die Ansage von Michael Klein - unter anderem an seine vier Landsleute in der EuroSerie. Einer von ihnen ist Christian Vietoris, gegen den Klein schon im deutschen Cup fuhr. "Allerdings hatte er dort ein aktuelleres Auto. Jetzt fahren wir auf dem selben Material, mal sehen wer am Ende die Nase vorn hat..."

Für Klein wird Vietoris ein besondere Anhaltspunkt. Bei Jo Zeller hat der Neueinsteiger in die EuroSerie keinen Teamkollegen - so fehlt der direkte Vergleich. Dieser wird erst durch eine Partnerschaft und Datenaustausch mit Mücke Motorsport, Vietoris' Team, möglich. "Da wir einen regen Datenaustausch mit Mücke betreiben, kann ich mich an deren Fahrern orientieren. Christian Vietoris und Mika Mäki sind sehr stark einzuschätzen. Vielleicht kann ich an sie herankommen oder sogar schneller fahren", so Klein.

Der ehrgeizige Rennfahrer aus Aalen plant mehr als nur eine Saison in der Formel 3 EuroSerie. Nach einem Jahr der Eingewöhnung soll 2009 der ganz große Knall folgen: "Dann will ich um den Titel in der EuroSerie fahren." Dass ein gutes Endresultat in der Meisterschaft viele Türen öffnen kann, weiß auch Klein - genau dort findet er auch seinen Ansporn: "Die Konkurrenzdichte ist in jedem Fall sehr hoch und es gibt viele schnelle Fahrer, die alle nach oben wollen. Wenn man sich gegen sie durchsetzt kann man einen großen Karriere-Sprung machen."