Aus deutscher Sicht verlief das erste Aufeinandertreffen der Formel 3 EuroSerie beim Test in Valencia sehr zufriedenstellend: alle vier Piloten mit F3-Erfahrung konnten sich mit ihren besten Rundenzeiten unter den ersten Zwölf positionieren. An der Spitze setzten sich mit Nico Hülkenberg und Christian Vietoris gleich zwei deutsche Piloten fest, auch Michael Klein und Maximilian Götz präsentierten sich als geschlossenes Duo auf den Rängen elf und zwölf. Formel-BMW-Aufsteiger Jens Klingmann konnte mit seiner Spitzenzeit nicht ganz mithalten - Platz 27 für den Rookie.

"Es ist schön, wieder im Auto zu sitzen und vorne dabei zu sein", sagte Hülkenberg, der mit 1:28.405 Minuten die schnellste Zeit des zweitägigen Test markierte. "Allerdings kann ich mir für die Zeiten hier nichts kaufen. Wenn ich im Qualifying in Hockenheim ganz vorne stehe, dann bin ich zufrieden." Nur 0,062 Sekunden hinter dem Emmericher landete Christian Vietoris, der ebenfalls von Willi Weber unterstützt wird. "Wir konnten uns im Laufe des Tests konsequent steigern und haben gute Sachen am Auto gefunden", berichtete der EuroSerien-Neuling Vietoris im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Für uns war es ein guter Test mit einem guten Ergebnis."

Vietoris überzeugte als Zweiter, Foto: F3EuroSerie
Vietoris überzeugte als Zweiter, Foto: F3EuroSerie

Zudem war Vietoris deutlich schneller unterwegs als seine beiden Teamkollegen bei Mücke Motorsport, die ebenfalls neu in die EuroSerie einsteigen. Mika Mäki war 2,5 Zehntel langsamer, Erik Janis fast eine Sekunde. "Gerade beim ersten Test ist es wichtig, sich im Teamranking ein gutes Standing zu erfahren. Aber man sollte das nicht überbewerten, denn beim Test zieht jeder sein eigenes Programm durch."

"Für den ersten Test lief es bei uns wirklich gut, auch wenn wir noch einige kleine Probleme hatten", meinte auch Michael Klein, der wie Vietoris den Sprung aus dem deutschen Cup in die EuroSerie wagt. "Aber besser das passiert jetzt beim Test als später beim ersten Rennen. Mal war die Battierespannung weg, das Diplay ging nicht oder andere Kleinigkeiten traten auf." Klein wird bei Jo Zeller als Einzelkämpfer antreten - wie schon Tim Sandtler im letzten Jahr muss er ohne einen Teamkollegen auskommen. Ein großes Problem wird das aber nicht mehr darstellen, denn man arbeitet mit Mücke Motorsport zusammen. "Wir bekommen alle Daten und die Grund-Setup-Einstellungen von Mücke", so Klein.

Auch Maximilian Götz stempelte den ersten Test im neuen Dallara als "ganz gut gelaufen" ab. "Das neue Auto unterscheidet sich kaum vom alten. Man merkt lediglich, dass das Fahrverhalten etwas anders ist - im Prinzip ist fast alles gleich", erklärte Götz, der mit 1:29.167 Minuten knapp hinter Klein Platz zwölf belegte. "In den schnellen Kurven hat man etwas mehr Downforce, in den langsamen Kurven ist nichts anders." Im Gegensatz zu 22 Konkurrenten fährt Götz einen von sieben Volkswagen-Motoren, was keinen Nachteil darstellt: "Auf den Geraden können wir gut mithalten."

Zumindest zeitlich nicht ganz mithalten konnte Götz' Teamkollege Jens Klingmann, der zuvor erst an zwei Tagen im Formel-3-Cockpit saß. Nach zwei weiteren Tagen in Valencia beendete Klingmann den Test mit 1,7 Sekunden Rückstand auf Hülkenberg. "Es war zu erwarten, dass es schwierig wird", so Klingmann. "Wir konnten uns am Wochenende immer weiter verbessern, leider konnte ich am Ende meine neuen Reifen nicht nutzen, da es zwei gelbe Flaggen gab. Die Reifen hätte ich mir besser aufsparen können." Immerhin konnte der Leimener ein positiven Fakt aus Valencia mitnehmen: auf gebrauchten Reifen konnte er fast das Tempo von Götz mitgehen, zeitweise war er sogar schneller.

Schon am kommenden Donnerstag kann Jens Klingmann seinen Erfahrunsschatz in Estoril erweitern, wenn zwei weitere Tage getestet wird, bevor es zum Saisonauftakt nach Hockenheim geht. Auch bei Mücke Motorsport gilt es noch etwas am Auto zu finden. "Alle drei Wagen hatten Probleme mit der Balance, leider hat die Zeit nicht gereicht, um das Problem zu finden. Vielleicht fällt uns noch eine Idee ein, die wir in Estoril umsetzen können", sagte Mücke-Pilot Vietoris.