Feuer, Trümmerteile und zerstörte Autos. Die Start-Ziel-Gerade der drei Kilometer langen Strecke von Barcelona erinnerte kurz nach dem Start an ein wahres Schlachtfeld. Insgesamt überstanden nur 15 Fahrer die erste Runde unbeschadet und konnten das Rennen zuende fahren. Großer Gewinner war Sébastien Buemi, der von Startplatz 21 bis auf Rang sechs nach vorne fuhr. "Die erste Runde war natürlich sehr gut für mich, sonst wäre dieses Resultat nicht möglich gewesen", erklärte Buemi gegenüber motorsport-magazin.com. Der Schweizer liegt nur fünf Punkte hinter Romain Grosjean, sollte die Berufung von ASM abgewiesen werden. "Ich hatte am Start Glück, die richtige Lücke zu finden. Danach war es sehr hart, denn wir waren ein bisschen zu langsam."
Auch Maximilian Götz wurde fast ins Verderben gerissen. "Ich habe versucht auszuweichen, denn vor mir habe ich nur noch Autos fliegen sehen", sagte der Deutsche, der sofort heftig in die Bremsen stieg, um einen Einschlag zu verhindern. "Plötzlich kam Afanasiev von hinten an mir vorbeigeflogen. Ich habe noch langsamer gemacht, dann flog schon der Nächste vorbei." Der Volkswagen-Pilot konnte sich dennoch durch das Chaos retten, auch wenn das Fahrverhalten nicht mehr perfekt war. "Leider war ich auf den Geraden zu langsam und konnte mich nicht wehren. Es hätte besser laufen können, aber mit dem elften Platz bin ich ganz zufrieden."
Einen, den es immer erwischt, hat es heute zumindest auf den ersten Metern nicht getroffen. Tim Sandtler überstand die Kollision direkt nach dem Start unbeschadet. "Ich hatte sogar einen guten Start und konnte links an Piscopo vorbeifahren", so der Bochumer. Vor der ersten Kurve lag Sandtler schon unter den ersten Sechs, fuhr aber auf der ungünstigen Außenbahn. "Ich habe gesehen, dass innen alle sehr spät auf der Bremse sind und wollte sie vorbeilassen. Ich musste fast anhalten, dann habe ich einen Schlag bekommen." Mit einem abgeknickten Vorderrad blieb dem 20-jährigen keine andere Chance, als den Boliden abzustellen. "Mittlerweile ist es das vierte oder fünfte Rennen in Folge, wo es schwierig war durch die erste Kurve zu kommen."

Nicht nur Tim Sandtler geriet in der ersten Kurve in Schwierigkeiten. Nico Hülkenberg musste nach einem starken Start durchs Kiesbett fahren. "Ich konnte nicht einlenken, weil Mailleux innen war. Dann ist er mir in die Seite gefahren", beschwert sich der Tabellendritte. Hülkenberg fiel bis auf den zehnten Platz zurück und lieferte sich ein sehenswertes Duell mit Maxi Götz. Letztlich beendete der Emmericher das Rennen auf Position acht und blieb genau wie sein Teamkollege Grosjean ohne Punkte. "Man konnte nur schwer überholen, wenn man hinter jemandem festhing."
Unbeeindruckt von Unfälle, Berufungsverfahren und Ausrutschern fuhr Renger van der Zande an der Spitze des Feldes zu seinem ersten Saisonsieg. "Ich konnte am Start direkt auf Platz eins nach vorne fahren, denn Piscopo ist neben mir stehengeblieben", berichtete ein gut gelaunter Niederländer. Auch nach der Safety-Car-Phase ließ Van der Zande nichts anbrennen und setzte sich Runde für Runde von seinen Verfolgern ab. "Eigentlich war es ganz einfach, denn ich konnte schnelle Zeiten fahren ohne zu pushen. Daher war ich auch sehr konstant unterwegs", erklärte er. "Zusammen mit dem Prema Powerteam habe ich das Rennen dominiert", lautete das Fazit von Renger van der Zande.

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