Edoardo Mortara nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich im Regen von Barcelona seinen zweiten Saisonsieg in der Formel 3 EuroSerie. Der Italiener profitierte von einem Fehler von Nico Hülkenberg und verteidigte seine Position auch im Schlussspurt gegen den Deutschen. Romain Grosjean beendet das Rennen auf dem dritten Platz und baut damit seine Führung in der Meisterschaft aus.

Erst wenige Minuten vor dem Start setzte starker Regen ein, während alle Fahrer mit Slicks in der Startaufstellung standen und auf die Einführungsrunde warteten. Die Rennleitung entschied sich, die Mechaniker nochmals auf die Strecke zu lassen. Hektisch wurden Reifen gewechselt und am Steup geschraubt, bis es mit kurzer Verzögerung zum Start auf der komplett nassen Strecke ging.

Mit einem perfekten Start konnte sich Nico Hülkenberg von der Pole aus in Führung setzen. Ganz im Gegenteil dazu sein Teamkollege Kamui Kobayashi. Der Japaner verschlief den Start und verbremste sich zudem noch in der ersten Kurve. Der ASM-Pilot fiel aussichtslos zurück und sollte keine Rolle mehr bei der Punkteverteilung spielen. Gleiches gilt für Yelmer Buurman, der eigentlich von der dritten Position aus ins Rennen hätte gehen sollen. Da er im Qualifying jedoch unter roter Flagge überholte, musste der Niederländer von ganz hinten starten. Weit kam Buurman nicht, denn er schied nach einer Kollision schon in der Anfangsphase aus.

Wie leicht man sich in der ersten Kurve verschätzen kann, zeigte Nico Hülkenberg nach acht Runden. Der Emmericher schoss wie sein Teamkollege geradeaus und musste die Führung abgeben. Plötzlich schienen die Karten in der Spitzengruppe neu gemischt zu sein. Edoardo Mortara konnte die Führung übernehmen und lag mit mehr als drei Sekunden vor Tom Dillmann und Hülkenberg. Als Dillmann seinen deutschen Teamkollegen passieren ließ, konnte Hülkenberg die Verfolgung des Führenden aufnehmen. Zwar kam Hülkenberg noch an den Italiener heran, für ein Überholmanöver reichte es jedoch nicht.

Trotz der unterschiedlichen Ausgangspositionen entwickelte sich während des Rennens ein Duell der beiden Titelkandidaten Sébastien Buemi und Romain Grosjean. Der Franzose konnte auf seinen Rivalen aufschließen, der hinter Renger van der Zande auf Position fünf festhing. 20 Minuten vor dem Rennende kam es zu einer Berührung, die sich schon in den Runden zuvor ankündigte. Immerhin überstand Buemi den Zwischenfall ohne sichtbaren Schaden am Fahrzeug.

Dann gab es doch noch einen herben Rückschlag für Sébastien Buemi. Unter Druck von Grosjean verbremste sich der Schweizer in der ersten Kurve. Buemi beendete das Rennen im Kiesbett und konnte nicht wie Hülkenberg und Kobayashi über den Notausgang auf die Strecke zurückkehren. In der Meisterschaft ergab sich durch den Ausfall ein deutliches Bild. Weil Grosjean auf dem dritten Platz ins Ziel kam, beträgt der Abstand in der Tabelle nun zwölf Punkte. Zudem hat der Franzose morgen die Chance, weitere Zähler zu holen, während Buemi von weit hinten starten muss.