"Wenn es keine großen Probleme, Unfälle oder Missgeschicke gibt, sollte sich die Entscheidung um den Titel zwischen mir und Sebastién abspielen", weiß Romain Grosjean vor dem Rennwochenende der Formel 3 EuroSerie auf der 3,629 Kilometer langen Kursanbindung des Nürburgrings. Vor den Saisonrennen 13 und 14 liegt der Franzose nur neun Punkte vor Sebastién Buemi. Auf dem Eifel-Rundkurs werden sich aber mehr Piloten als diese beiden um den Sieg streiten.

So stand Kamui Kobayashi als einziger der aktuellen Fahrer schon im vergangenen Jahr am Nürburgring hinter Sieger Sebastian Vettel auf dem Podium. Der in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz liegende Japaner wurde damals als Dritter abgewinkt. Grosjean und Buemi schafften es dagegen nicht auf das Podest. Einen deutlichen Aufwärtstrend zeigte Nico Hülkenberg, der die letzten zwei Formel 3-Rennen für sich entscheiden konnte. Nach dem Sieg in Zandvoort holte er sich auch die Trophäe beim Masters in Zolder ab.

"Endlich wieder ein Rennen, die vierwöchige Pause nach dem Masters war fast schon zu lang. Neben Zandvoort ist der Nürburgring meine Heimstrecke", so Hülkenberg vor dem Rennwochenende. Die Strecke würde ihm gut gefallen, weil es sich um eine Naturbahn handele. "Es gibt zwei lange Geraden, aber auch anspruchsvolle Passagen wie die Mercedes-Arena. Ich möchte in der Eifel meinen Aufwärtstrend bestätigen und zwei gute Rennen abliefern." Den Titelkampf hat Hülkenberg acht Rennen vor dem Saisonende noch nicht ganz aufgegeben. "Auf den Titel in der Formel 3 EuroSerie schaue ich im Moment nicht, denn der Abstand auf den Führenden Romain Grosjean ist mit 41 Punkten schon sehr groß. Aber die Saison ist noch lang und man weiß nicht, was bis zum Finale noch alles passiert."

Rückkehr von Volkswagen

Eine Rückkehr feiert Volkswagen. Nach sieben Titeln von Fahrer mit Volkswagen-Motoren zwischen 1979 und 1991 kehrt das deutsche Traditionsunternehmen auf dem Nürburgring in eine der stärksten Nachwuchsrennserien zurück. "Der neue Formel-3-Motor von Volkswagen hat viele Stunden auf dem Prüfstand und reichlich Testkilometer auf der Rennstrecke absolviert. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, ihn im direkten Wettbewerb zu erproben", erklärt Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Die Einsätze in den nächsten Rennen sollen zur Standortbestimmung dienen und uns neue Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung für die kommende Saison liefern."

Gleich drei Piloten werden am Wochenende mit dem rund 210 PS starken Zweiliter-Motor der Wolfsburger Marke an den Start gehen. Neben Marco Holzer, der seinen in die Jahre gekommenen Opel-Motor eingetauscht hat, auch Jonathan Summerton und Maximilian Götz. Der US-Amerikaner und der Uffenheimer starten für das italienische Team RC Motorsport. Schon heute wird der Volkswagen-Motor zum ersten Mal seine Kreise um die Strecke ziehen. Beim dreistündigen Test vor dem Rennwochenende können die drei Piloten ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Aggregat sammeln. "Die Testmöglichkeit kommt uns entgegen, denn so können wir ohne Zeitdruck die bestmögliche Abstimmung für unser Auto erarbeiten", sagt Maxi Götz.