Dass Bonifatius oder Adalbert in der Toskana regierten, ist mittlerweile schon längst Geschichte. Am kommenden Wochenende könnte allerdings einer von vielen Talenten aus der Formel 3 EuroSerie zum Herrscher mutieren und sich in die Geschichtsbücher eintragen lassen. Zum ersten Mal ist die bekannte Nachwuchsrennserie auf dem Kurs von Mugello unterwegs. Zwei Wochen nach dem Gastspiel bei der Formel 1 in Magny-Cours könnte die Ausgangslage kaum spannender sein. An der Spitze des 23 Fahrer starken Feldes liegt weiterhin Sebastien Buemi aus der Schweiz. Sein großer Konkurrenz Romain Grosjean konnte jedoch in Frankreich die Hälfte des Rückstands wettmachen.

Die Art und Weise, wie die Beiden ihre Punkte holten, könnte unterschiedlicher nicht sein. Buemi fuhr in fast allen Rennen auf das Podium und konnte erst bei zwei Rennen nicht Punkten. Grosjean geht dagegen ungestümer zu Werke, ist dafür aber auch der einzige Fahrer, der bisher mehr als ein Rennen gewinnen konnte. Ebenfalls außerordentlich ist die 5,245 Kilometer lange Strecke selbst. 15 Kurven mit atemberaubenden Namen wie Casanova oder Materassi warten auf die Fahrer. Eine etwa ein Kilometer lange Gerade lädt zu packenden Windschattenduellen ein. Nicht zuletzt ist die Strecke in Besitz von Ferrari, also kurz gesagt etwas ganz besonderes.

Das weiß auch Edoardo Mortara, der in Mugello sein persönliches Heimspiel bestreiten wird. "Die Strecke ist in eine hügelige Landschaft eingebettet und es macht wirklich Spaß, dort zu fahren. Ich persönlich habe sehr gute Erinnerungen an Mugello. Im vergangenen Jahr bin ich dort mein erstes Autorennen gefahren und stand gleich in beiden Läufen der Formel Renault auf dem Podest", berichtet der Italiener. "Dieses Ergebnis würde ich gerne in diesem Jahr wiederholen. Ich freue mich auf mein Heimspiel und werde wie immer mein Bestes geben."

Tim Sandtler, einer der beiden deutschen Piloten, kennt die Strecke dagegen noch nicht, "aber glücklicherweise haben wir am Donnerstag eine ausgiebige Testmöglichkeit. Selbst wenn ich vorher auf der Playstation übe, spare ich mir nur zwei oder drei Runden im Formelauto. Viel wichtiger wird der Mittwoch werden, wenn wir die Strecke abgehen können und uns alle wichtigen Details einprägen", so der Bochumer.