Nach dem Rennen tummelte sich zwar eine ganze Masse von Leuten um Nico Hülkenberg herum, doch ein großer Gewinner des sechsten Meisterschaftslauf auf dem Norisring war Sébastien Buemi. Der Schweizer holte den zweiten Platz und baute die Führung in der Meisterschaft aus. "Jetzt liege ich sechs Punkte vorne, so viel Vorsprung hatte ich noch nie", so der Schweizer gegenüber motorsport-magazin.com. Buemi kämpfte sich von Platz sieben nach vorne. Beim Überholmanöver an James Jakes berührten sich die beiden Fahrzeuge. "Ich wollte überholen und war schon daneben, als er einfach einlenkte und mir in die Karre fuhr."
Gegen Nico Hülkenberg hatte Buemi keine Chance. Der spätere Rennsieger nutzte die Gelegenheit und zog gleich an Buemi und Jakes vorbei. "Ich war heute einfach nicht schnell genug. Es gab Probleme mit der Bremsbalance und konnte das Tempo nicht mitgehen", berichtete der Tabellenführer. Das nächste Rennen findet im Rahmen der Formel 1 statt. Nicht nur deswegen wird dies ein ganz besonderes Wochenende. "Wir starten direkt mit der Qualifikation und haben kein freies Training. Man muss schnell den richtigen Rhythmus finden."
Wie es mit dem Rhythmus in Magny Cours aussehen wird, konnte Hülkenberg zwar noch nicht sagen, aber direkt nach seinem ersten Sieg genoss er auch erst einmal den Augenblick. "Wenn man das Rennen gut genutzt hat, schnell gefahren ist und Leute überholen kann, dann macht das immer Freude", sagte der ASM-Pilot zu uns. "Es war noch ein bisschen Wut drin, über die Situation von gestern, über die ich mich selber ein bisschen aufgeregt habe. Heute war ich dann aber ziemlich stark, hab viel überholt, von Unfällen profitiert und gewonnen. Das ist es am Ende, was zählt."
Ein Teil der Wut über den Ausfall vom Vortag galt der Tatsache, dass Hülkenberg der Meinung war, er hätte die Situation auch etwas anders gestalten können, sodass er nicht ausgefallen wäre. Allerdings wäre dann den Beobachtern eine der besten Aufholjagden der vergangenen Jahre entgangen und Hülkenberg selbst meinte, dass er aus dem Verhalten von Grosjean auch etwas gelernt hätte. Am Sonntag musste er auf das Gelernte aber nicht zurückgreifen, denn alle Überholmanöver liefen fair ab und als er dann immer mehr auf Yelmer Buurman aufholte, wuchs das Grinsen in seinem Gesicht. "Es ist ein gutes Gefühl und macht Spaß, wenn man merkt, man kommt noch näher und noch näher. Wir waren auch viel schneller als er und als ich dann den Windschatten hatte, bin ich in der ersten Kurve außen vorbeigezogen. Ich habe ihm Luft gelassen, er hat mir Luft gelassen, von daher war es ein faires Manöver."
Es folgte ein Sprint von Hülkenberg, bei dem er seinen Verfolgern immer weiter enteilte. Er holte immer wieder neue Bestzeiten in den einzelnen Sektoren und zeigte kein Zeichen davon, dass er besonders viel vom Gas gehen würde. "Ich bin einfach zügig durchgefahren, hab nach vorne geschaut und mein Rennen durchgefahren. Es gab keine Probleme", sagte er. Damit rechnet er auch in Magny Cours in einer Woche. Denn bei den Tests auf der französischen Strecke lief es für ihn gut und auch, dass es direkt ins Qualifying geht, sollte ihm entgegenkommen, meinte er. Nach einem Sieg hat man eben den Rhythmus im Blut.

diese Formel 3 EM Nachricht