Einer hatte am Freitag in Nürnberg besonders viel Grund zur Freude, denn Sebastien Buemi hatte aus seiner Sicht gerade das perfekte Qualifying erlebt. "Ja, das kann man wirklich sagen. In Brands Hatch habe ich ein bisschen Pech gehabt und hier ein bisschen Glück. Ich hatte am Schluss eine freie Runde und konnte mich gut steigern. Ich bin zufrieden. Es ist ein Punkt, der erste des Wochenendes, und es könnte nicht besser sein", sagte der Schweizer gegenüber motorsport-magazin.com nach seiner Pole. Nach einem Blick auf die Zeitenlisten, dürfte er noch etwas breiter gegrinst haben, denn Buemi lag rund zwei Zehntel vor Nico Hülkenberg.
Mehr Vorsprung beim Start bekommt er dafür aber nicht. Vor der ersten Kurve hat er deswegen allerdings keine Angst. "Ich starte lieber vorne als in der Mitte. Denn es ist noch gefährlicher, wenn man in der Mitte startet und jemand zu spät bremst. Vorne ist das besser, da kann man gut in den Spiegel schauen und das sollte sicherer sein", erklärte er.
Auch einen freien Blick nach vorne hat Hülkenberg, der am Ende zwar ein bisschen Abstand zu Buemi hatte, sich aber lange mit dem Schweizer um den besten Startplatz stritt. Denn bereits zu Beginn der Session konnte man fast völlig ungehemmt angreifen. "Von Anfang an war es eigentlich komplett trocken, außer beim Anbremsen auf Kurve eins. Da war es ganz außen noch ein bisschen nass und ich habe beim Anbremsen ein paar Mal schön quer gestanden", meinte er uns gegenüber. Sonst war er weitgehend zufrieden, nur ein paar kleine Probleme am Auto störten ihn. "Ich bin Zweiter, naja schade."

Schade war es für ihn vor allem deswegen, weil er dadurch einen Punkt an Buemi verlor. Für das Rennen ist er aber zuversichtlich. "Es wäre auch vom Achten noch alles drin, aber für die Pole gibt es einen Punkt.", sagte er. Die zehn Punkte für den Rennsieg wären ihm deswegen nun ganz recht und die Taktik dafür scheint auch recht einfach. So meinte er zum möglichen Szenario und Kurve eins und danach. "Durchkommen und danach das Rennen aufbauen."
Tim Sandtler fand sich nach dem Ende des Qualifyings auf dem sechsten Platz, womit er zeigen konnte, dass das gute Wochenende in Brands Hatch kein Einzelfall war. "Nein, auf keinen Fall. Aber das habe ich ja schon nach dem Training gesagt. Das war ja auch gut und da wusste ich, dass es noch weiter nach vorne geht", meinte er zu uns. Ganz glücklich war er aber trotzdem nicht, denn er hatte sich einen Platz weiter vorne ausgerechnet. "Bis zur Hälfte bin ich auf vier oder fünf gestanden und da wäre ich auch gerne geblieben."
Dass die Session wegen des Drehers von Jean-Karl Vernay etwas früher endete, war aber nicht der Grund, dass es am Ende nicht mit einem oder zwei Plätzen weiter vorne klappte. "Da war der Reifen schon hinüber. Als der Reifen die beste Leistung brachte, da hatte ich ein Auto vor mir, das mir ein bisschen im Weg war. Ich weiß nicht, was der veranstaltet hat. Er hat mich vorbei gelassen und auf der Geraden hat er dann wieder versucht, zu überholen. Deswegen konnte ich den Peak nicht ganz ausnutzen, es ist aber eine gute Ausgangsposition", berichtete er. Bis zum Rennen will er nun mit dem Team noch etwas am Auto basteln, denn auf Platz sechs will Sandtler nicht ins Ziel kommen. "Zufrieden geben können wir uns damit nicht, denn jeder entwickelt sich weiter und deswegen müssen wir das auch machen."

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