Rennfahrer sind sich selten einig. Vor allem, wenn es um Sieg oder Niederlage und entscheidende Positionen geht. In Brands Hatch veränderte sich zumindest an den Positionen nicht viel, genau das urteilten auch die Fahrer. Die Strecke ist eng, man kann nicht überholen und wenn man im Windschatten fahre verliert man zu viel Anpressdruck. So langweilig kann Einigkeit sein. Doch am Norisring erwartet uns das komplette Gegenteil.

Die Streckenbreite beträgt mindestens zehn Meter, es geht lange geradeaus und es gibt drei Anbremszonen, in denen man Überholmanöver starten kann. Die Fahrer freuen sich auf die Herausforderung, denn so einfach die Strecke auf dem Papier auch aussehen mag, auf dem einzigen Stadtkurs im Kalender geht es immer zur Sache. Das Rennwochenende in Nürnberg gilt als der Saisonhöhepunkt im deutschen Motorsport. Die Strecke ist nur 2,3 Kilometer lang und zeichnet sich durch viele Bodenwellen aus. Das Fahrerlager befindet sich direkt am Duzendteich, was dem Norisring seine unverwechselbare Atmosphäre gibt.

"Es wird es wohl genau das Gegenteil von Brands Hatch werden. Dort werden wir spektakuläre Rennen erleben, denn dort kann man überholen, weil man sich im Windschatten ansaugen und sich daneben- oder auch vorbeibremsen kann. Deswegen wird es, hoffe ich, ein gutes und spannendes Wochenende und darauf freue ich mich schon", berichtet Nico Hülkenberg, der schnellste Deutsche im Fahrerfeld. Der beste Formel 3-Fahrer ist derzeit Sebastien Buemi. Der Schweizer führt die Gesamtwertung nach vier Rennen mit zwei Zählern vor Romain Grosjean an. Auf dem Norisring will Buemi die Führung unbedingt verteidigen. Nebenbei soll auch noch ein Sieg herausspringen. "Mein Ziel ist es in Nürnberg ein Rennen zu gewinnen. Wenn man Meister werden will, muss man siegen. Viel wichtiger ist es jedoch, konstant in die Punkte zu fahren. Das hat bei mir oberste Priorität, man kann sich einfach keine Nullrunde erlauben", so Buemi.

Beim letzten Rennen in Brands Hatch sorgte Tim Sandtler für eine kleine Überraschung. Der Bochumer fuhr gleich zwei Mal in die Punkte. Natürlich sollen die guten Resultate in England keine Eintagsfliege sein, weitere Punkte sind das Ziel. "Ich habe ziemlich gute Erinnerungen an die Strecke. Letztes Jahr habe ich dort mit dem siebten Platz mein bestes Qualifying gefahren. Ich war das ganze Wochenende gut, hatte leider Pech im Rennen", sagte Sandtler vor dem Rennwochenende.