Es war schön, in Brands Hatch endlich wieder im Auto zu sitzen und ein Rennwochenende zu erleben. Die Pause davor war zwar auch ganz gut, aber doch recht lange und in der Wartezeit ist mir das Fahren ziemlich abgegangen. Der Einstieg in das Wochenende war leider nicht so einfach. In den ersten beiden Tests hatten wir noch einige Probleme und ich kam nicht in den Rhythmus - weder mit der Strecke, noch mit dem Auto. Woran es gelegen hat? Es war, denke ich, eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Das Setup war nicht so gut und die Strecke habe ich auch noch nicht gekannt.

In den weiteren Sessions habe ich mich immer besser mit Auto und Strecke zurecht gefunden und im Qualifying ist es immerhin auf den fünften Platz gegangen. Einerseits war das gut, weil es eine Verbesserung dargestellt hat, andererseits war das für einen Sieg zu wenig. Wenn man die kurze Streckenversion in Brands Hatch kennt, weiß man, dass es dort beinahe unmöglich ist, zu überholen. Es gibt keine langen Geraden und die Strecke ist einfach zu flüssig, um dem Fahrer vor dir irgendwo so richtig gefährlich zu werden. Außerdem haben wir auch in der Formel 3 ziemlich viel Dirty Air aufgrund der Aerodynamik, deswegen fehlt einem ziemlich viel Abtrieb, wenn man jemandem im Heck hängt.
Im Rennen am Samstag hatte dann jeder einen normalen Start, also gewann ich nichts und verlor auch nichts. Nur Romain Grosjean und Franck Mailleux haben sich vorne berührt, wodurch Mailleux ausfiel und jeder einen Platz gewann. Ich hing den Rest des Rennens hinter Kamui Kobayashi. Sein Tempo konnte ich auch mitgehen, am Anfang hätte ich sogar etwas schneller fahren können. Aber, wie bereits gesagt, heranfahren geht, vorbeifahren ist eine andere Geschichte. Also kam ich schließlich als Vierter über die Ziellinie.
Damit bin ich am Sonntag wieder als Fünfter gestartet, wobei mein Start diesmal leider nicht optimal war. Mir sind die Drehzahlen ein bisschen in den Keller gegangen, weswegen ich einen Platz verloren habe. Dadurch hing ich dann hinter Tim Sandtler und Yelmer Burrman fest, was wirklich schade war. Denn ich habe mich im Auto wirklich wohl gefühlt und hätte, glaube ich, die Pace für ganz vorne gehabt. Aber die beiden vor mir waren nicht ganz so schnell und ich hing das ganze Rennen eine halbe Sekunde hinter ihnen dran. Das war wirklich schwierig, ein ganzes Rennen ohne richtige Downforce zu fahren, weil ihre Abluft mir da einiges genommen hat.

Ein paar Mal habe ich versucht, aus der letzten Kurve raus zu beschleunigen, aber der Grip auf der Vorderachse hat da einfach nicht mitgemacht. Wenn man merkt, man bekommt die Kurve nicht, dann muss man lupfen und dann ist der Abstand wieder da. Es gibt auf der Strecke keine Chance, sich irgendwie in den Windschatten zu saugen und harte Bremspunkte gibt es auch keine. Das war uns aber schon vorher klar, deswegen darf man im Nachhinein auch nicht verärgert sein, sondern muss einfach schon ein gutes Qualifying fahren.
Natürlich war es schade, dass es nicht ganz so gut funktioniert hat, denn ich kam nach Brands Hatch mit dem Vorsatz, weiter vorne mitzufahren und viele Punkte zu holen. Andererseits war es schön, wieder im Einsatz zu sein. Ich denke, ich habe einiges aus dem Wochenende gelernt und das wird mir bei den weiteren Rennen in diesem Jahr sicher helfen.
Als nächstes steht für mich das Rennwochenende auf dem Norisring auf dem Programm. Auf der einen Seite ist das ein Rennen wie jedes andere, auf der anderen Seite ist es das einzige Stadtrennen im Kalender. Dort herrscht immer eine schöne Atmosphäre im Fahrerlager und am Dutzendteich. Außerdem wird es wohl genau das Gegenteil von Brands Hatch werden. Dort werden wir spektakuläre Rennen erleben, denn dort kann man überholen, weil man sich im Windschatten ansaugen und sich daneben- oder auch vorbeibremsen kann. Deswegen wird es, hoffe ich, ein gutes und spannendes Wochenende und darauf freue ich mich schon.

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