Endlich ist die Winterpause vorbei. Allerdings kann ich mich nicht darüber beschweren, dass mir in der rennfreien Zeit langweilig gewesen wäre. Schon direkt nach dem letzten Saisonrennen 2006 in Hockenheim bin ich zu meinem neuen Teamchef Jo Zeller in die Schweiz gefahren. Dort habe ich mit Jo gesprochen und mir seine Werkstatt angeschaut. Er besitzt keine riesige Werkstatthalle wie manch anderes Team, aber eine kleine Garage, in der er 24 Stunden lang am Auto arbeitet. Noch vor dem Jahreswechsel gingen wir einige Male zum Testen. Dabei lief alles ganz gut.
Die folgende Testpause habe ich genutzt, um mich physisch besser vorzubereiten. Ich bin zweimal je eine Woche nach Italien zur Formula Medicine gefahren. Dort arbeiten auch viele Formel 1-Piloten an ihrer Fitness, zum Beispiel die Fahrer von Renault und Toyota. Die Ärzte und Therapeuten haben mir einen Trainingsplan erstellt, den ich seit Ende Dezember/Anfang Januar versuche einzuhalten. Für die Weihnachts-Feiertage blieb da keine Zeit. Jetzt trainiere ich 6-7 Mal in der Woche, außer wenn ich unterwegs bin.
Mein Trainingsplan sieht immer im Wechsel einen Tag Ausdauer-, einen Tag Krafttraining vor. Die Vorteile liegen auf der Hand: ich habe mehr Kraft und mehr Ausdauer - das sollte mir in den 40 Minutenrennen helfen. Ich hatte letztes Jahr zwar keine besonderen Konditionsprobleme, aber je fitter man ist, desto besser ist es. In Italien wurde ich aber nicht nur physisch betreut, sondern auch psychisch. Wie bereitet man sich auf ein Rennen vor? Wie ernährt man sich richtig? Was macht man unmittelbar vor einem Rennen?
Diese und andere Fragen wurden beantwortet. Es gibt beispielsweise eine Methode, bei der man sich zunächst entspannt, mit ruhiger Musik ausruht und bei bestimmten Atemübungen den Puls herunterfährt, den Körper also in eine absolute Ruhephase bringt. Danach folgt die Vorbereitungsphase, die so genannte Activation. Der Puls wird beim Stretchen und Dehnen wieder hochgefahren; es ist ein bisschen wie Yoga. Es ist unvorstellbar, wie viel Energie verloren geht, wenn man ein Motorengeräusch hört. Deshalb ist es wichtig, dass man sich vor dem Rennen irgendwo hinbegibt, wo man absolute Ruhe hat. Manchmal ist es allerdings schwierig, so einen Ort an der Rennstrecke zu finden.
Im ersten Training der Saison hatte ich dann etwas zu viel ungewollte Ruhe. Der Funkohrstöpsel hatte sich gelöst und so bekam ich die Anweisungen meines Teams nicht mit. Da hilft dann auch die beste Vorbereitung und ruhigste Musik nichts... Irgendwie schien ich in Hockenheim die unheilsame 13 gepachtet zu haben - obwohl ich doch die Startnummer 12 habe. Startplatz 13 im Qualifying, Platz 13 im ersten Lauf und, natürlich, Platz 13 im zweiten Lauf. Somit machte es auch nichts mehr aus, dass ich im ersten Rennen die Rückspiegel verloren habe. Scherben bringen ja bekanntlich Glück, vielleicht schon für das zweite Rennwochenende in Brands Hatch...

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