Vier Punkte trennten Meisterschaftsleader Paul di Resta vor dem viertletzten Saisonlauf in Le Mans von seinem ärgsten Verfolger und einzigen Titelgegner Sebastian Vettel. Nach dem Qualifying lagen beide eng beieinander: Vettel auf 6, di Resta auf 7 - doch der Deutsche wurde um 5 Plätze auf Rang 11 zurückversetzt, weil er beim letzten Rennen in Barcelona eine Anweisung der Rennleitung ignoriert haben soll.
Entsprechend gelassen konnte di Resta in das Samstagsrennen in Le Mans gehen. Die Ruhe war jedoch schnell vorbei: Bereits nach einer Runde lag Vettel auf Platz 4 hinter di Resta, Summerton und Moreau. Letzteren schnappte er sich kurz darauf und lag auf Platz 3. Dabei profitierte er auch von zwei strittigen Manövern des Schweizers Sebastien Buemi, der zunächst in der ersten Kurve mit Grosjean kollidierte und danach Nakajima in die Wiese drängte. Ihm brachte dies ein Geschenk der Rennleitung ein - in Form einer Durchfahrtsstrafe.
An der Spitze lösten sich die Ängste des Spitzenreiters di Resta derweil in Luft auf: Vettel kam auf die Kerbs, drehte sich eingangs Start- und Ziel und fiel bis auf Platz 12 zurück. Danach startete er erneut eine Aufholjagd, die diesmal allerdings auf Rang 9 endete. In einem rundenlangen, packenden Duell bezwang er seinen Landsmann Tim Sandtler, blieb danach aber hinter dem Amerikaner Antinucci hängen. Zwei Runden vor dem Ende dann die nächste Schrecksekunde: Bei einem Überrundungsmanöver berührten sich Vettel und Antinucci. Vettel rodelte durch die Wiese und musste sich wieder hinter Herck und Antinucci einreihen.
An der Spitze blieb alles unverändert: di Resta siegte ungefährdet vor Summerton, Moreau und Kimball. Platz 5 belegte Kohei Hirate vor Esteban Guerrieri und Michael Herck. Den so wichtigen letzten Punkteplatz errang Antinucci im Duell gegen Vettel. Somit darf der Amerikaner morgen von Startplatz 1 ins Sonntagsrennen gehen - Vettel startet direkt hinter di Resta von Rang 9. In der Meisterschaft liegt Vettel jetzt 14 Punkte hinter seinem Titelrivalen.
Paul di Resta (ASM Formule 3):
Heute bin ich wohl der glücklichste Mensch der Welt. Wegen des Startunfalls von Romain Grosjean und Sébastien Buemi lag ich schon in der ersten Runde in Führung. Dieses Wochenende gehört für mich trotzdem zu den schwierigsten des gesamten Jahres, weil ich meinen Rhythmus erst spät fand.
Jonathan Summerton (Mücke Motorsport):
Der zweite Platz ist mein bisher bestes Ergebnis in der Formel 3 Euro Serie. Ich freue mich riesig. Ich profitierte vom Startunfall, auch wenn Paul di Resta mich im Durcheinander der ersten Kurve überholte. Ihn anschließend noch einmal anzugreifen, war nicht möglich, weil er einfach zu schnell war.
Guillaume Moreau (Signature-Plus):
Ich fühle mich fantastisch. Bei meinem Heimrennen das Comeback auf dem Podium zu schaffen, ist einfach toll. Wir hatten dieses Jahr einige Probleme, aber jetzt sind wir wieder da. Das Podium gibt mir und meinem Team Selbstvertrauen. Mein guter Start war die Basis für dieses Ergebnis.



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