Das Formel 3-Spritrennen in Barcelona begann mit purem Chaos: Fliegende Autos, Autos im Kiesbett, Autos mit nur noch drei Rädern - schon nach wenigen hundert Metern bekamen die Fans mehr geboten, als bei so manchem Formel 1 Grand Prix. Für Sebastian Vettel war die viele Action kein Trost; im Gegenteil: Der Deutsche landete nach einer Berührung bereits in der ersten Kurve im Kiesbett!

Vettel konnte in der folgenden Safety-Car-Phase zwar nach einer Flugeinlage am Kranhaken auf die Strecke zurückkehren, ein notwendiger Boxenstopp brachte ihm aber eine Runde Rückstand ein. 15 Runden vor dem Ende war es dann vorbei: Vettel stellte seinen Boliden enttäuscht in der Box ab. Besser lief es für seinen Titelrivalen Paul di Resta, der sich im Startchaos von Platz 10 auf Platz 6 nach vorne schob. Nachdem di Resta gestern ohne Punkte blieb und Vettel so den Rückstand auf nur noch 3 Zähler verkürzen konnte, war es heute also wieder ein Tag ganz nach dem Geschmack des Briten. Wobei: Für Platz 6 bekam er nur einen Zähler, weshalb sich sein Vorsprung auf Vettel trotz dessen Ausfall nur auf 4 Punkte vergrößerte. Der Schaden für den BMW Sauber-Freitagstester hielt sich also in Grenzen.

Den Sieg holte sich derweil Richard Antinucci. Der Amerikaner wurde nach 30 Minuten Fahrzeit vorzeitig als Gewinner abgewunken. Neben ihm standen Charlie Kimball und Kazuki Nakajima auf dem Podium. Die Punkteränge komplettierten Kohei Hirate, Sebastien Buemi und Paul di Resta. Für den zweiten Deutschen im Feld, Tim Sandtler, reichte es nicht zum Sprung in die Punkte - er wurde nach einer Kollision mit Giedo van der Garde Elfter.

Richard Antinucci (HBR Motorsport):
Ich bin total glücklich, das ist der erste Sieg für mein Team und für mich in der Formel 3 Euro Serie. Es dauerte richtig lange, bis es endlich soweit war. Umso schöner ist es nun. Ich wusste schon gar nicht mehr, wie sich ein Sieg anfühlt. Im Rennen gab es auf der Strecke nur eine trockene Spur. Allerdings war diese aufgrund der Schatten manchmal schwierig zu sehen.

Charlie Kimball (Signature-Plus):
Ich konzentrierte mich anfangs nur auf den Start. Nach der ersten Kurve sah ich hinter mir eine Kollision und war einfach nur froh, dass ich gut durchgekommen bin. Danach war es für mich nur noch Ergebnisverwaltung. Mein Auto war zwar schnell, aber es reichte nicht, um an Richard Antinucci heranzukommen.

Kazuki Nakajima (Manor Motorsport):
Ich startete außen, was vielleicht ein Vorteil war. Dort war die Strecke weniger feucht als auf der Innenbahn. Nach dem Start versuchte ich, Charlie Kimball zu überholen. Gleichzeitig musste ich mich aber auch gegen Kohei Hirate hinter mir verteidigen. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, denn ich bin vom fünften Startplatz aufs Podium gefahren.