Eng geht es in der Formel 3 EuroSeries zu, eine ganze Gruppe an Fahrern besitzt Siegchancen, doch im Endspurt konzentriert sich momentan alles auf den Führenden Paul di Resta und dessen Verfolger Sebastian Vettel. Für den BMW-Nachwuchsstar nahm der erste Lauf im niederländischen Zandvoort aber keinen guten Verlauf: Bereits in der ersten Kurve rutschte er ins Kiesbett.
Wie kam es dazu? Vettel startete hinter Sebastien Buemi vom vierten Startplatz. Während Vettels Teamkollege und Meisterschaftsleader di Resta von der Pole keine Probleme hatte, erwischte Buemi einen schlechten Start, wurde direkt von van der Garde überholt und auch Vettel zog in Richtung der ersten Kurve neben den Schweizer. Doch der Deutsche bremste sehr spät und rutschte auf der dreckigen Fahrbahnseite ins Kiesbett. Danach rodelte er endlose Sekunden durch die Auslaufzone und fand sich ganz am Ende des Feldes wieder. Für seine Meisterschaftschancen war dies natürlich Gift - würde ihm eine ähnliche Aufholjagd gelingen wie Lewis Hamilton im GP2-Lauf in der Türkei? Die Überholfeindlichkeit des Dünenkurses sprach dagegen.
Entsprechend schwierig war es für Vettel sich durch das Feld zu kämpfen. Bei seinen aggressiven Überholversuchen kam es zu einigen Schrecksekunden, wie im Kampf um Platz 16 gegen Richard Antinucci. Der Amerikaner drückte Vettel nach außen, beide konnten aber trotz eines kurzen Radkontakts weiterfahren. Antinucci erhielt für dieses "gefährliche Manöver" jedoch eine Verwarnung von der Rennleitung. Nichtsdestotrotz kämpfte Vettel sich Runde für Runde weiter nach vorne, bis er bei einem weiteren Überholversuch zum zweiten Mal ins Kiesbett rutschte und seinen Wagen diesmal endgültig abstellen musste. Ein kleiner Trost dürfte für ihn sein, dass er in den verbleibenden fünf Runden sicherlich nicht mehr in die Punkteränge hätte vorstoßen können - seine Startposition für das zweite Rennen am Sonntag fällt nun aber entsprechend bescheiden aus.
An der Spitze fuhr Paul di Resta einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus, der seinen Meisterschaftsvorsprung auf Vettel von 6 auf 16 Punkte anwachsen ließ. Platz 2 ging Giedo van der Garde, der sich ein packendes Duell gegen den Japaner Kohei Hirate lieferte. Der Schweizer Sebastien Buemi schied nach einem Dreher aus und verschenkte somit die Chance auf einen Podestplatz.
Paul di Resta (ASM Formule 3):
Aufgrund der schwierigen Gripverhältnisse war das Rennen heute nicht einfach, aber durchaus kontrollierbar. Mein Sieg ist wichtig für mich, denn ich komme so ein Stück näher an den Titelgewinn in der Formel 3 Euro Serie. So kann es weitergehen.
Giedo van der Garde (ASM Formule 3):
Ich hatte einen guten Start und überholte schon auf den ersten Metern Sébastien Buemi. In der Schlussphase des Rennens war mein rechtes Hinterrad so abgefahren, dass ich massives Untersteuern hatte. Es war nicht einfach, Kohei Hirate hinter mir zu halten.
Kohei Hirate (Manor Motorsport):
Nach so langer Zeit endlich mal wieder auf dem Podium! Ich bin sehr glücklich darüber. Ich startete von Platz fünf und profitierte von den Ausfällen von Sebastian Vettel und Sébastien Buemi. Dann hatte ich den Anschluss an Giedo van der Garde gefunden, kam aber nicht mehr vorbei.



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