Seit dem Saisonauftakt des Formel 3 Cup in Hockenheim saß Philipp Eng nicht mehr in einem F3-Boliden, doch bei seinem Comeback beim Saisonfinale in Oschersleben zeigte er, was in ihm steckt. Schon vorher kündigte er an: "Ich glaube, das Auto meines neuen Teams Ombra Racing ist schnell genug, um zu gewinnen oder um auf das Podest zu fahren." Diese Worte sollten sich bewahrheiten.

Das Rennwochenende verlief ganz nach seinem Wunsch. Eingewöhnungsprobleme hatte er nicht, immerhin war er zuletzt, um sich fit zu halten, wieder in der Formel BMW Europa gefahren. "Der Umstieg ist mir nicht schwer gefallen", sagt er. "Es war nicht so schwierig, wie beim Umstieg zurück vom Formel-3-Auto zum Formel-BMW-Boliden."

Gleich im ersten Freien Training mischte Eng vorne mit, danach lief es im Qualifying nicht ganz optimal, aber schon im ersten Rennen zeigte er seinen Speed. "Ich hatte einen guten Start von Platz 5 und war direkt Dritter", erklärt er. Danach fuhr er seinen Speed und auf Anhieb zum ersten Podium für sein neues Team. Im zweiten Rennen legte er erneut einen guten Start hin, machte drei Positionen gut und fuhr als Vierter über die Ziellinie.

"Das Geheimnis beider Rennen war der Start", verrät Philipp Eng. "Ich bin beide Male sehr gut weggekommen, konnte danach meine Pace gehen und habe mich gar nicht nach hinten konzentriert." Überhaupt waren die Starts das Positivste an seinem Wochenende. In Hockenheim liefen sie noch nicht ganz nach Wunsch. "Aber diesmal war ich der beste Starter in den vorderen Reihen. Das ist sehr positiv."

Viel Zeit zum Üben hatte er nicht. "Ich habe im Freien Training sechs oder sieben Starts probiert, kam aber ohne einen einzigen Test nach Oschersleben." Der Trick war einfach: "Das Team hat mir erklärt, wie man richtig startet. Deswegen habe ich beide Starts super hinbekommen."

Ohne Testerfahrung diente das gesamte Rennwochenende als Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen. "Es dauert eine gewisse Zeit, bis der Ingenieur weiß, was der Fahrer braucht, aber bei uns ist das schnell gegangen." Auch die Atmosphäre im Team gefällt Eng. "Ich fühle mich sehr wohl." Zum Dank belohnte er seine Truppe mit einem Podestplatz. "Sie haben seit einigen Rennen kein Podium mehr gehabt, also waren alle sehr happy." Wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn Philipp schon vorher ein paar Testtage gehabt hätte?