Das erste Rennwochenende mit dem Dallara war wirklich ein guter Neubeginn für mich. Ich musste mich erst auf die Strecke einstellen, da ich mit dem Formel 3-Auto noch nie auf dem Nürburgring war; ich kenne die Strecke nur von der Formel BMW - und von daher war vieles neu für mich. Ich hatte mich schon vor dem Rennen eingehend mit allem befasst und es lief auch gleich ganz gut. Schon im ersten freien Training konnte ich auf Position drei fahren und hatte nur drei Zehntel Rückstand auf den Schnellsten. Damit war ich sehr zufrieden, obwohl am Auto noch nicht alles ideal war. Wir hatten sehr starkes Übersteuern, aber das konnten wir immer weiter ausmerzen.

Im ersten Qualifying konnte ich mich gleich auf den zweiten Platz schieben. Für das zweite Zeittraining haben wir leider etwas zu viel am Auto verändert, wodurch es etwas schlechter geworden ist. Deswegen war ich am Ende nur auf Position fünf. Bis zum ersten Rennen haben wir das wieder rückgängig gemacht und dadurch hat es sich auch gleich wieder viel besser angefühlt.

Kurios war der erste Lauf trotzdem, denn es hing noch Nebel über der Strecke und es gab deswegen während des Rennens eine Safety Car Phase. Ich hatte beim Start und am Ende des Safety Cars jeweils eine Position verloren gehabt, aber zu meinem Glück bekam Bruins Choi, der vor mir fuhr, eine Durchfahrtsstrafe und dadurch habe ich den dritten Platz geerbt. Das Geschenk habe ich natürlich gerne angenommen und konnte damit meinen ersten Podestplatz feiern.

Ab aufs Podium., Foto: F3 Vereinigung
Ab aufs Podium., Foto: F3 Vereinigung

Am Sonntag lief es sogar noch besser, denn vom fünften Startplatz ging es auf Platz zwei. Insgeheim hatte ich irgendwie vorher schon gehofft, auf das Podium zu fahren, aber mit Position drei wäre ich schon zufrieden gewesen. Die erste Runde ist aber so gut gelaufen, dass ich da schon auf Platz drei war. Aus der Dunlop-Kehre heraus hatte ich noch ein gutes Ausbremsmanöver, was mich an Verdonck vorbei gebracht hat. Es war einfach ein gutes Gefühl, da vorne mitzufahren. Ich bekam aber noch ein Problem mit der Schaltung. Ich konnte nicht vom zweiten in den dritten Gang schalten und brauchte immer drei, vier Versuche, bis er endlich drin war. Deswegen ist die Lücke nach vorne auch immer größer geworden und die nach hinten kleiner.

Alles in allem war es ein sehr gutes erstes Wochenende mit dem neuen Auto. Der Ligier, das alte Auto, hatte eine sehr gute Vorderachse. Damit kann man hinlenken, wo man hinlenken will, allerdings hält die Hinterachse dabei nicht mit. Aber vom Fahrgefühl her lässt sich der Ligier eindeutig besser fahren. Der Dallara scheint dafür ein gutmütigeres Auto zu sein. Er muss nicht hundertprozentig passen, um schnelle Runden fahren zu können.

Ich bin erst ein Wochenende lang mit dem Auto gefahren und deswegen glaube ich, dass wir die ein bis zwei Zehntel, die uns auf die beiden Lolas und auf Carlo van Dam fehlen, noch aufholen können. So hatten wir auf dem Nürburgring ein Problem mit den Bremsen, was uns sicher eine bis eineinhalb Zehntel gekostet hat. Da wir vorher keine Testmöglichkeit hatten, musste ich die Bremsen im freiten Training anfahren und hatte sie anscheinend falsch angefahren. Für das Qualifying konnten wir allerdings keinen Wechsel mehr vornehmen. Deswegen bin ich zuversichtlich, vor allem weil das nächste Rennen wieder auf dem Nürburgring ist und wir dafür jetzt Daten haben, die wir verwenden können. Ein gewisses Grundsetup haben wir auch schon herausgefahren, deswegen glaube ich, dass wir uns noch ein bisschen steigern können.

Bis dahin sind jetzt allerdings vier Wochen Zeit, die ich sinnvoll füllen werde. In der kommenden Woche bin ich bei der Speed Academy, danach fahre ich mit BMW nach Italien in den Pitlane Park und auch zum Team werde ich ein, zwei Tage fahren, damit wir die Daten studieren können. Nebenbei steht natürlich noch das Training auf dem Programm und meine Ausbildung darf ich auch nicht vernachlässigen - die ist nämlich auch sehr wichtig.