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All-Star Esports Battle: Huis gewinnt, Eng auf Rang 5

Phillipp Eng ist bei dem dritten All-Star Esports Battle der beste Profi und landet auf Platz 5. Der Sieg geht an Bono Huis.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Das All-Star Esports Battle geht auf dem Silverstone Circuit in seine dritte Runde. Allerdings nicht auf der gewöhnlichen GP-Strecke, sondern auf der National-Variante, einer Kurzanbindung, die aus nur sechs Kurven besteht und eine Länge von 2,6 Kilometern aufweist. Wie schon letzte Woche wurde für das Event ein Formel-4-Fahrzeug aus der amerikanischen Indy -Pro-Serie verwendet.

Nach dem Sieg von Erhan Jajovski bei der Premiere auf dem Nürburgring und Rudy Van Burens Erfolg in Indianapolis stellt sich die Frage: Können die Pro-Fahrer die Simulationspiloten schlagen? Der Eventverlauf beantwortete diese Frage mit einem relativ klaren Nein. Philipp Eng als Fünfter war der beste Profi-Fahrer.

Line-Up Gruppe 1

Charlie Eastwood Dani Juncadella Devlin DeFrancesco
Gabby Chaves James Hedley Jimmy Broadbent
Jonny Adam Juan Manuel Correa Maxime Martin
Maximilian Günther Nick Cassidy Nicki Thiim
Sophia Flörsch Rudy Van Buren Stoffel Vandoorne
Tom Dillmann Wolfgang Reip Michael Beyahia

Line-Up Gruppe 2

Phillipp Eng Ed Jones Sebastian Montoya
James Davison James Baldwin Bruno Spengler
Lachlan DeFrancesco Archie Hamilton Ronnie Bremer
Esteban Gutierrez Felix Rosenqvist Matt Griffin
Abbie Eaton Colton Herta Bradley Smith
Harry Tincknell Nyck De Vries Steve Alvarez Brown

Line-Up Gruppe 3

Kevin Siggy Nikodem Wisniewski Bono Huis
David Greco Lucas Blakeley Mauel Blancolilla
Petar Brljak Erhan Jajovski Alex Siebel
Risto Kappet Dannis Jordan Muhammed Patel
Yuri Kasdorp Michele D'Allessandro Michi Hover
Kuba Brezinski Jernej Simoncic Kamil Pawlowski
Jordy Zwiers Jannick Bock

Van Buren dominant in Gruppe 1, Günther auf Platz 5

Das Qualifying für das erste Rennen war eine Angelegenheit für Rudy Van Buren. Der erfahrene Sim-Racer hatte auf der kurzen Strecke einen Vorsprung von knapp zwei Zehnteln auf Stoffel Vandoorne und Nicki Thiim. Daniel Juncadella, der wegen seiner bisherigen Sim-Racing-Leistungen als einer der Mitfavoriten unter den Profi-Rennfahrern in das Event ging, absolvierte nur eine Runde im Qualifying, ehe er die Internetverbindung verlor und deshalb nicht teilnehmen konnte.

Im Rennen behielt Van Buren am Start die Führung, hinter ihm sortierten sich Vandoorne und Thiim ein. Van Buren trat schnell die Flucht nach vorne an und war schon bald außer Reichweite für den belgischen Formel-E-Piloten. Auch Vandoorne brachte schnell etwas Distanz zwischen sich und dem Rest des Feldes. Nicki Thiim hingegen geriet unter Druck von Wolfgang Reip, der ihn in der vierten Runde hinter sich ließ. Von da an blieben die ersten vier Positionen unverändert.

Bei den Qualifikationsrennen sichern sich die besten 5 Startplätze für das Finale. Der engste Kampf spielte sich um eben jene fünfte Position ab, die früh im Rennen von Maximilian Günther gehalten wurde. Günther bekam allerdings schon bald den massiven Druck des Ex-Indycar-Piloten Gabby Chaves zu spüren. In diese Phase streute der Kolumbianer allerdings einen Fehler und büßte stattdessen seinen Platz an Jimmy Broadbent ein. Der britische Sim-Pilot setzte kurze Zeit Günther unter Druck, musste dann aber langsam vom Deutschen abreißen lassen. Chaves holte sich ein paar Runden vor dem Ende seine Position wieder zurück, kam Günther aber nicht mehr nahe. Somit qualifizierte sich neben Van Buren, Vandoorne, Reip und Thiim auch der Deutsche für das Finale.

Weit vom Finaleinzug entfernt war allerdings Sophia Flörsch, die das Rennen auf Platz 10 beendete.

Gruppe 2: Baldwin gewinnt, Eng trotz Dreher in den Top 5

Schon am Start sicherte sich Polesitter James Baldwin einen soliden Vorsprung. Eng, der das Qualifying auf Platz 2 beendet hatte, wurde direkt von Ed Jones überholt, kämpfte sich allerdings in der ersten Runde wieder auf die zweite Poisiton zurück. Bradley Smith attackierte auf der zweiten Runde Ed Jones, doch es kam zu einer Berührung und beide drehten sich. James Davison kam dadurch auf den zweiten Platz gefolgt von Spengler und Gutierrez. In der Folge duellierten sich Spengler und Gutierrez, gerieten dabei allerdings aneinander. Lachlan DeFrancesco war der glückliche Dritte und kam auf Rang 4 nach vorne, während sich Spengler und Gutierrez weiter um Rang 5 und somit den Direkteinzug in das Finale bekriegten, was Bradley Smith nahe an die beiden heranbrachte. Smith und Gutierrez tauschten mehrmals ihre Positionen, doch keiner von beiden konnte bis zum Rennende ein erfolgreiches Manöver gegen Spengler setzen.

Kurz vor Schluss legte Philipp Eng allerdings einen Dreher hin und büßte damit seinen klaren Vorsprung gegenüber den Verfolgern ein, verlor allerdings nur einen Platz an Davison und konnte den dritten Rang hinter Baldwin und Davison in das Ziel retten. Auch DeFrancesco und Spengler sicherten sich ihren Finalplatz, während Gutierrez nur wenige Zehntel davon trennten.

Pro Gamer-Gruppe

In der dritten Gruppe gingen die professionellen Sim-Piloten an den Start. Wie zu erwarten ging es zwischen ihnen im Qualifying besonders eng zu. Kevin Siggy sicherte sich die erste Startposition gefolgt von Wisniewski und Bono Huis.

Siggy hielt am Start seine Führung und setzt sich früh ab. Nikodem Wisniewski hatte nach einem spektakulären Manöver das Nachsehen gegen Bono Huis. Auf P4 lag Erhan Jajovski. David Greco hielt die fünfte Position für einige Zeit, büßte allerdings nach wenigen Runden zwei Positionen an Yuri Kasdorp und Petar Brljak ein.

Die auf Rang 2 bis 4 fahrenden Huis, Wisnewski und Jajovski hatten einen klaren Vorsprung nach hinten. Jajovski überholte Wisniewski in Runde 7 für die dritte Position, Wisniewski versuchte zu kontern, dabei kam es zur Kollision. Wisniewski verlor nur einen Platz, während Jajovski auf die zehnte Position zurückfiel und keine Chance mehr auf die Finalqualifikation hatte. Kasdorp übernahm nach der Kollision die dritte Position und Brljak sortierte sich auf dem fünften Rang ein. Diesen Platz hielten die Piloten auch bis ins Ziel während Kevin Siggy den ungefährdeten Sieg vor Bono Huis einfuhr.

Last Chance Rennen: Juncadella gewinnt vor Jones

Die letzten fünf Finalplätze werden im Last-Chance-Rennen ausgefahren. Einer der Favoriten war schon vor dem Start raus: Felix Rosenqvist hatte seine Verbindungsprobleme nicht in den Griff bekommen.

Daniel Juncadella sicherte sich die Pole und hielt P1 auch nach dem Start, dahinter folgten Ed Jones, Charlie Eastwood, Esteban Gutierrez und Gabby Chaves. Während sich die ersten Drei langsam absetzen konnten, kam Chaves in der zweiten Runde an Gutierrez vorbei. Zwar konnte der Mexiakner einmal kontern, wurde jedoch in der Folge bis auf die siebte Position durchgereicht. Gabby Chaves war nun auf der vierten Poition unterwegs, hatte allerdings Bradley Smith und Tom Dillmann in seinem Nacken. Dillmann versuchte ein Manöver gegen Bradley Smith, nahm dabei aber sich selsbt und den Briten aus dem Rennen. Gutierrez profitierte wiederum von der Kollision und sicherte sich Rang 5. Die letzten Tickets für den Finallauf gingen also an Daniel Juncadella, Ed Jones, Charlie Eastwood, Gabby Chaves und Esteban Gutierrez.

Startliste Legendenrennen

Emerson Fittipaldi Dario Franchitti Johnny Herbert
Juan Pablo Montoya Helio Castroneves Gil de Ferran
Tony Kanaan Emanuele Pirro David Brabham
Jan Magnussen Max Papis Adrian Fernandez
Paul Tracy Oriol Servia Bryan Herta
Tiago Monteiro Andy Priaulx Darren Turner

Franchitti siegt im Legendenrennen nach Montoya-Crash

Zum ersten Mal fand im Rahmen des All-Star eSports Battle auch ein Legendenrennen statt. Die legendären Piloten aus verschiedenen Rennserien pilotierten den Brabham BT44 rund um den Kurs.

Juan Pablo Montoya fuhr mit dem Formel-1-Wagen aus den Jahren 1974 bis 1976 auf die erste Startposition. Der zweifache Indy-500-Sieger wurde aber am Start von Pirro überholt, touchierte in Kurve 1 das Heck des Italieners. Beide verunfallten, Jan Magnussen und Emerson Fittipaldi konnten nicht mehr ausweichen und krachten in die quer auf der Strecke stehenden Boliden.

Dario Franchitti übernahm die Führung, gefolgt von Darren Turner und Andy Priaulx. Im hinteren Feld zeigte sich, wie schwierig der Brabham zu fahren ist. Viele Fahrer verzeichneten Dreher oder rutschten von der Strecke und die Zeitabstände vergrößerten sich in dem Sprintrennen extrem schnell.

An der Spitze blieb Darren Turner das ganze Rennen lang etwa eine Sekunde hinter Franchitti, konnte aber nie eine Attacke setzen und so brachte Franchitti den Rennsieg vor seinem Landsmann ins Ziel. Andy Priaulx, der für den Großteil des Rennens die dritte Position innehatte, verlor nach acht von elf Runden die Serververbindung. David Brabham übernahm die dritte Position, legte allerdings kurze Zeit später einen Dreher hin und musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Adrian Fernandez ging vorbei und sicherte sich den letzten Platz auf dem virtuellen Treppchen.

Huis gewinnt vor Van Buren, Profi-Rennfahrer wieder chancenlos

Wisniewski sicherte sich für das Hauptrennen die Pole vor Bono Huis, Rudy Van Buren, James Baldwin und Kevin Siggy. Phillipp Eng auf der sechsten Position war der beste Profi-Fahrer. Der einzige Deutsche im Finale, Maximilian Günther, startete das Rennen von der zwölften Position.

Wie schon in den Qualifikationsrennen kam auch im Finale der Polesitter am schnellsten aus den Startlöchern. Dahinter folgten Huis und Van Buren.

In der Folge setzten sich die ersten drei etwas vom Feld ab. Wegen dem Windschatteneffekt konnte sich aber Wisniewski nicht wirklich absetzen und es bildete sich ein Windschattenzug. In Runde 5 drehte Huis bei einem Überholversuch Wisniewski. Van Buren übernahm kurzzeitig die Führung, wurde von Huis allerdings eine Runde später ausgekontert. Damit schlossen die Verfolger wieder an die Führungsgruppe auf. Huis, Van Buren, Siggy und Kasdorp bildeten eine Vierergruppe an der Spitze, zu der nach zehn Runden auch James Baldwin langsam aufschloss. Als sich das Rennen allerdings wieder etwas beruhigte, konnte Baldwin nicht ganz mit den Top-4 mithalten.

In der zwölften Runde versuchte Siggy die zweite Position von Van Buren zu übernehmen, drehte sich allerdings beim dem Versuch und fiel aus dem Kampf um die Spitzenpositionen.

Bono Huis nutzte die Kollision um sich aus dem Windschatten zu lösen. Der Rest des Feldes war von da an chancenlos gegen den Niederländer, der den Sieg locker ins Ziel brachte. Van Buren und Kasdorp messten sich im Kampf um die zweite Position, ehe sich nach einem Fehler von Kasdorp auch Rudy Van Buren aus dem Windschatten löste und den zweiten Platz klar machte. Kasdorp folgte auf Platz 3 und James Baldwin auf Rang 4. Philipp Eng klassifizierte sich als bester Profi-Fahrer auf der fünften Position. Formel-E-Pilot Maximilian Günther beendete das Finale auf der 19. Position.


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