Die Zandvoorter Audi-Dominanz scheint längst verflogen. Auf dem Nürburgring setzten sich im ersten Test mit Tom Kristensen, Timo Scheider und Mattias Ekström zwar drei Ingolstädter Piloten an die Spitze, doch am Nachmittag konterte Bruno Spengler mit der Tagesbestzeit. Immerhin sprang für Audi und Scheider, trotz technischer Probleme, noch ein zweiter Platz mit minimalem Rückstand von einer Zehntelsekunde heraus.
Kristensen erwartet für das späte Qualifying am Samstagabend einen echten Krimi, auch wenn dieser nicht ganz zur Prime-Time um 20:15 Uhr laufen wird - und das nicht zuletzt wegen des ausgeglichenen Basis-Gewichts. "Zandvoort lag uns. Dort gab es viele schnelle Kurven und einige Bodenwellen. Der Nürburgring hat eher Mickey Mouse-Kurven und einen sehr ebenen Belag. Mercedes wird sicher stärker als noch beim letzten Rennen", meinte der Routinier. Doch er sagt auch: "Wir stehen ebenfalls gut dar. Morgen Abend wird es richtig spannend."

"Uns war schon vorher klar, dass es hier wieder enger wird", gab der Tabellenführer Scheider zu Protokoll. Obwohl er heute 25 Minuten Trainingszeit verpasste und seinen Long-Run streichen musste, ist der Abt-Pilot zuversichtlich. "Wir wiegen wieder ein paar Kilo mehr. Es ist doch schön für die Meisterschaft und die Spannung, wenn beide Marken gleichauf liegen. Momentan gibt es für niemanden einen Vor- oder Nachteil." Mit den beiden zweiten Plätzen gab sich Scheider jedenfalls zufrieden: "Unterm Strich war es ein Resultat, mit dem man Leben kann..."
Im Gegensatz zu seinen Markenkollegen kam Martin Tomczyk mit den Rängen neun und sieben noch nicht ganz in Fahrt und musste zudem einigen Sternen den Vortritt lassen. Für seine eher gemächlichen Rundenzeiten hatte der Rosenheimer eine einfache Erklärung: "Der Schwerpunkt war das Renn-Setup beziehungsweise die Long-Runs, und damit sind wir ganz gut zurechtgekommen. Zwischendurch fährt man natürlich auch einmal mit neuen Reifen raus, um zu sehen, wie das Auto generell liegt", sagte Tomczyk gegenüber der adrivo Sportpresse. "Wir hatten unser Testprogramm unter allen vier Autos aufgeteilt und sind zufrieden, wie es funktioniert hat."
Einen wirklichen Aufschluss über die Kräfteverhältnisse gab es heute in der Eifel nicht. "Im Prinzip ist jeder Freitag gleich", erläuterte Kristensen. "Da will niemand etwas verraten. Jeder studiert nur seine eigenen Runden- und Sektorenzeiten." Aber vielleicht kommt am Samstag alles ganz anders - der Wetter-Gott hat in der Eifel schließlich schon für die ein oder andere Überraschung gesorgt...

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