Maro Engel darf schon jetzt stolz sein auf eine der erfolgreichsten Saisons in seiner knapp 20-jährigen Tourenwagen- und GT-Karriere. Der Mercedes-AMG-Star gewann erstmals die 12 Stunden von Bathurst und feierte seinen zweiten Gesamtsieg beim 24h-Rennen Nürburgring. Engel kann sich ebenso weiterhin gute Chancen auf den Gewinn der GT World Challenge sowie der Intercontinental GT Challenge ausrechnen.
Die Kirsche auf der Sahnetorte wäre der langersehnte Triumph in der DTM-Meisterschaft, in der Engel aktuell seine zehnte Saison mit Mercedes bestreitet. Die Aussichten sind allerdings überschaubar: Der Wahl-Monegasse reist als Gesamt-Zweiter mit 23 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Thomas Preining zum Finale nach Hockenheim.
Maro Engel: "Es gab ein bisschen harte Zeiten"
Engel führte die DTM-Tabelle bis vor drei Rennen sogar an, doch der Nürburgring-Crash mit Markenkollege Lucas Auer samt nachfolgender Grid-Strafe sowie eine Kollision mit Kelvin van der Linde am Sachsenring waren böse Rückschläge im Titelkampf. Meisterschaftsrivale Preining hingegen legte eine in der GT3-DTM nie dagewesene Serie von sechs Podestplätzen in Folge hin und entriss Engel die Führung.
"Zuletzt war es schwierig. Es gab ein bisschen harte Zeiten", räumte Engel während einer DTM-Pressekonferenz an diesem Dienstag ein. "Aber so ist es im Motorsport. Gehört auch dazu." Der 41-Jährige ging nicht näher auf die Gründe dieser möglicherweise Meisterschafts-entscheidenden Unfälle ein, sondern wollte sich vor dem Hockenheim-Finale nicht aus der Ruhe bringen lassen. Motto: Mund abputzen, weitermachen!
Engel: "Es geht jeweils am nächsten Tag die Sonne wieder auf. Neuer Tag, neues Glück. Insofern ist der Glaube an mich, an uns und das, was wir leisten können, nach wie vor absolut intakt. Von dem her freuen wir uns auf Hockenheim."
Engel über DTM-Titelrivale Preining: "Er hat alles zu verlieren"
Der Ball liege nun bei Manthey-Porsche-Pilot Preining, der angesichts seines Vorsprungs mehr zu verlieren als zu gewinnen habe. "Natürlich hat Thomas einen recht großen Vorsprung und dementsprechend hat er jetzt erst mal alles in seiner Hand, aber auch alles zu verlieren. Und wir haben nichts zu verlieren", meinte Engel. "Wir werden unseren Job machen und haben den Glauben daran, dass es wieder sonnige Tage für uns gibt, so wie es in dieser Saison auch schon so oft der Fall war."
Tatsächlich bestreitet Engel, der die letzten beiden DTM-Saisons jeweils auf dem dritten Tabellenplatz abschloss, sein bestes Jahr in der deutschen Traditionsserie: Beim Auftakt am Red Bull Rung errang er seinen ersten Sieg seit 2023, und ließ einen weiteren in Oschersleben folgen. Ebenso waren ihm nie zuvor zwei Pole Positions (Red Bull Ring, Sachsenring) innerhalb einer Saison gelungen. Und mehr Podestplätze als die aktuellen fünf holte er nur einmalig im Jahr 2024 (7).

Konkurrenz muss auf Preining-Patzer in Hockenheim hoffen
Gleichwohl steht ihm Manthey-Pilot Preining gegenüber, der im Verlauf der letzten sechs Rennen gigantische 61 Punkte zu Engel aufholte. Der Porsche-Werksfahrer reist als großer Titelfavorit nach Hockenheim, wo er bereits drei Siege (2x 2023, 1x 2025) holte und 2023 seinen ersten DTM-Titel einsackte.
"Zur Saisonmitte hat es schon Momente gegeben, wo wir sehr weit weg waren", erinnerte sich Preining, der zur Saisonhalbzeit 47 Punkte Rückstand zur Tabellenspitze aufwies. "Da hat es nicht mehr so ausgeschaut, als würde man überhaupt in die Nähe von dem Ganzen kommen können. Hat sich dann aber ergeben, nicht alles aus eigener Kraft, aber trotzdem sind wir jetzt in dieser Situation vor dem Finale, was natürlich super ist. Deshalb bin ich guter Dinge."
Engel und der Drittplatzierte Marco Wittmann (Schubert-BMW) müssen auf den einen oder anderen Patzer von Preining hoffen, der sich theoretische schon nach dem Samstagsrennen vorzeitig zum Meister krönen kann. Helfen könnte dabei das Wetter, denn für das Hockenheim-Wochenende sind Regenschauer vorhergesagt.
Zwar gilt der Porsche auch bei nassen Verhältnissen als starkes Rennauto, aber ein gewisses Chaos auf der Strecke könnte einiges durcheinanderwirbeln. "Schauen wir mal, was das Wetter macht", unkte Engel, der schon am vergangenen Wochenende bei der GT World Challenge in Barcelona mit starkem Regen konfrontiert wurde. "Es kann wechselhaft sein. Und ja, das könnte natürlich ein paar Überraschungen mit sich bringen."
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