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DTM

Es gibt nur einen König - Die größten Tourenwagen-Piloten der Geschichte

Die Frage nach dem besten Fahrer ist so alt wie der Tourenwagensport selbst. Motorsport-Magazin.com wagt dennoch ein Ranking der größten Piloten der Geschichte.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Sie gelten als Haudegen aus der guten alten Zeit des Rennsports: Tourenwagen-Piloten. Echte Klassiker, die vor allem in Deutschland zu den Sporthelden ihrer Zeit gehörten - und ihrer Meinung gern auch mal öffentlich freien Lauf ließen.

An der Spitze dieser Kategorie steht eine Hand voll Piloten, die den Status echter Legenden erreicht hat. Sei es durch ihre Erfolge, ihren Mut, ihr Charisma oder einfach nur durch schieres Talent. Anhand dieser vier Kategorien haben wir unsere Top-Five der größten Tourenwagen-Piloten der Geschichte ausgewählt.

KriteriumBedeutung
ErfolgSportliche Erfolge als Rennfahrer in dieser Rennserie
TalentFahrerisches Talent, technisches Wissen, Vielseitigkeit (unterschiedliche Rennserien)
CharismaCharakter, politischer & öffentlicher Einfluss
MutRisikobereitschaft abseits der Rennstrecke, mutige Entscheidungen in seiner Karriere

Tourenwagen erfreuen sich seit jeher größter Beliebtheit. Autos, die im Prinzip in der eigenen Garage stehen könnten - der Traum eines jeden Fans. Weltweit haben Fahrer in den vergangenen Jahrzehnten ihre jeweilige Serie nachhaltig geprägt. Am Ende haben wir uns für diese fünf Tourenwagen-Ikonen entschieden: die drei DTM-Piloten Mattias Ekström, Klaus Ludwig, Bernd Schneider sowie WTCC-Star Yvan Muller und Jamie Whincup aus den Australischen V8 Supercars. In diesen Fahrern sehen wir die oben genannten Kriterien - Erfolg, Mut, Charisma und Talent - am besten vereint. Sie schicken wir nun in den großen Kampf um den Titel des größten Tourenwagen-Piloten der Geschichte.

FahrerRennenSiegeTitelBesonderheiten
K. Ludwig (DTM)219373Meiste Punkte in der DTM
B. Schneider (DTM)236435Rekordmeister der DTM
M. Ekström (DTM)161212Meiste Siege aller aktuellen DTM-Fahrer
J. Whincup (V8 Supercar)385986Meiste Titel in der Seriengeschichte
Y. Muller (WTCC)232474Keiner hat mehr WM-Titel gewonnen

1. Erfolg: Aussi-Power und Mr. DTM

Jamie Whincup 2010 zu Besuch bei der Formel 1 - Foto: Sutton

In Europa ist er gar nicht mal so berühmt, in Australien aber jetzt schon eine Legende: Jamie Whincup. Zweifellos gehört der 33-Jährige zu den besten Tourenwagen-Piloten der Welt. In der Australischen V8 Supercar-Serie gewann Whincup sechs Meisterschaften in den letzten acht Jahren. Kein anderer Pilot gewann so viele Titel und niemand schaffte es mit unterschiedlichen Teams. Whincups Bilanz ist beeindruckend: In 379 Rennen feierte er 98 Siege und fuhr insgesamt 179 Mal aufs Podium.

Eine vergleichbare Legende im deutschen Motorsport ist Bernd Schneider. Nicht umsonst trägt er den Beinamen ‚Mr. DTM´. Mit fünf Meisterschaften ist er der erfolgreichste Pilot in der Geschichte der Serie - und wird es vermutlich auf ewig bleiben. 110 Podestplätze in 236 Rennen - alle für Mercedes - sind eine gigantische Ausbeute. In Sachen Erfolg im Tourenwagen stehen Whincup und Schneider auf einer Ebene und erhalten die Höchstzahl von 5 Punkten.

Knapp geschlagen geben muss sich Klaus Ludwig. Der König der Nordschleife gewann drei Meisterschaften in der DTM, erzielte dabei aber immerhin mehr Punkte als Schneider. Mit 31 Siegen ist er der zweiterfolgreichste Fahrer der Serie. Unvergessen: 2000 gewann er im strammen Alter von 50 Jahren zwei Rennen auf dem Sachsenring - 4 Punkte in unserer Wertung. Yvan Muller ist 20 Jahre jünger als Ludwig, schnappte sich in der WTCC aber insgesamt vier Titel. Er muss sich gleichauf mit dem zweifachen DTM-Champion Mattias Ekström mit 3 Punkten begnügen, da die DTM insgesamt einfach stärker aufgestellt ist.

2. Talent: Tausendsassa Eki

Ekström trifft den wahren 'Stig': (02:17 Min.)

DTM, Rallye, NASCAR, Nordschleife, V8 Supercars, WRX: Ekström ist der Tausendsassa schlechthin im Rennsport. Und: Er feierte in fast allen Kategorien, in denen er antrat, Erfolge. Obendrein drei Siege beim Show-Event Race of Champions sind ein Beleg für Ekis schieres Talent, sich in jedem Auto auf Anhieb zurechtzufinden. Deshalb unser Platz 1 in dieser Kategorie.

Ganz, ganz knapp dahinter Ludwig und Schneider. König Ludwig war auch auf der Langstrecke ein absolutes Ass, holte je drei Siege bei den 24 Stunden von Le Mans sowie am Nürburgring. Schneiders großes Talent blühte einmal mehr im Jahr 2013 auf, als er im Mercedes-Flügeltürer die 24h-Rennen am Nürburgring, in Spa und Dubai sowie die 12 Stunden von Abu Dhabi und Bathurst gewann. Die beiden deutschen Ikonen erhalten von uns je 4 Punkte.

Whincup reiht sich mit einigem Abstand auf Platz 3 ein. Der Australier startete seine Karriere sehr erfolgreich in den australischen Formel-Serien, bevor er sich den V8 Supercars verschrieb. Dort ist er das Maß aller Dinge, den Schritt nach Europa zu den großen Rennen wagte er allerdings nicht. Wegen seiner V8-Erfolge setzte er sich in unserer Wertung knapp gegen Muller durch. Der Franzose versuche sich zweimal in Le Mans, in der Euro NASCAR, WRC, WRX und selbst bei der Rallye Dakar – allerdings recht erfolglos. Mullers Welt sind die Tourenwagen, hier fühlt er sich am wohlsten.

3. Charisma: Lang lebe König Ludwig!

DTM-Legenden unter sich: Bernd Schneider und Klaus Ludwig - Foto: Sutton

Hier kann es nur einen Sieger geben: König Ludwig, einer der streitbarsten Fahrer in der Geschichte der DTM. Ludwig jubelte genauso herrlich wie er sich aufregen konnte. Und das bis heute, man erinnere sich an einen gewissen Zwischenfall bei den 24 Stunden am Nürburgring 2012... Ludwig war seinerzeit sicherlich nicht der Beliebteste im Fahrerlager, doch seine Ausstrahlung ist legendär. Wie er heute mit Sohn Luca im ADAC GT Masters mitfiebert, ist genauso schön anzusehen. Ganz klare 5 Punkte von uns in der Charisma-Wertung!

Ekström wäre früher neben Ludwig vermutlich untergegangen, aber die Zeiten haben sich geändert. In der heutigen DTM ist Eki einer der wenigen, die kein Hersteller-Blatt vor den Mund nehmen. Wenn ihm was nicht passt, dann sagt er es auch laut. Dafür gibt´s von uns 4 Punkte. Schneider und Whincup teilen sich Platz 3. Beide sind auf ihre Art cool - Schneider mit steigendem Alter immer mehr, Whincup als Red-Bull-Botschafter - reichen aber nicht an Ludwig und Ekström heran. Muller hinterließ trotz seiner Erfolge über die Grenzen der WTCC hinaus keinen übermäßigen Eindruck - 2 Punkte hier für Yvan.

4. Mut: Ludwig auf Welttournee

1989, 24h-Rennen Le Mans: Ludwig, Stuck und Bell im Porsche 962C - Foto: Sutton

Auch in dieser Wertung setzt sich Ludwig durch. Zwar feierte er mit Mercedes seine größten DTM-Erfolge, traute sich davor aber zahlreiche Markenwechsel. Ford, Mercedes, Opel und wieder Mercedes hießen die Hauptstationen seiner Tourenwagen-Karriere. 20 Jahre liegen zwischen seinem ersten und letzten Le-Mans-Rennen - eine beachtliche Zeitspanne, hier ebenfalls mit unterschiedlichen Herstellern. Und seien wir mal ehrlich: Wer ‚König der Nordschleife´ genannt wird, muss einfach grundsätzlich - Verzeihung - Eier haben. 4 Punkte und Platz 1 für Ludwig.

Knapper Kategorie-Sieg gegen Schneider, der hier wegen seiner eigentlich sympathischen Markentreue Abzug erhält. Einmal Mercedes - immer Mercedes: zwar erfolgreich ohne Ende, aber eben auch wenig mutig. Für ihn spricht, dass er sich immerhin in der Formel 1 versuchte und auch jetzt nicht vor Nordschleife, Spa und Co. Halt macht.

Ekström ist quasi Schneiders Pendant bei Audi, seine zahlreichen Ausflüge auf Schotter, Schnee und ins Oval zeugen aber durchaus von einer gehörigen Portion Mut. 3 Punkte für die beiden. Muller und Whincup sind ihren jeweiligen Serien Spitze - etwas mehr Mut bei Wechseln in andere Kategorien hätte hier aber geholfen. Muller schnupperte zwar überall mal rein, aber nie konsequent und nicht immer in den Top-Serien. Dafür gibt es 2 Punkte, 1 für Whincup.

5. Gesamt: King of Kings

Klaus Ludwig ist heute nur noch passiv im Motorsport aktiv - schade eigentlich - Foto: ADAC GT Masters

Am Ende sitzt der König auf dem Thron. Klaus Ludwig gilt als Deutschlands erfolgreichster Tourenwagenfahrer und hat auch in unserer Bewertung mit 17 Punkten die Nase vorn. Triumphe in der DTM, in Le Mans und auf der Nordschleife - dazu seine einzigartige Persönlichkeit - haben uns überzeugt, ihn zum größten Tourenwagen-Fahrer der Geschichte zu wählen.

Platz 2 teilen sich mit jeweils 15 Zählern Bernd Schneider und Mattias Ekström. Mercedes-Held Schneider war mega-erfolgreich, Eki ein weltweit anerkannter Motorsport-Allrounder mit großartigem Charisma. Betrachtet man das Komplettpaket, verdienen beide den zweiten Platz hinter Sieger Ludwig. Whincup kommt bei uns auf 12 Punkte und setzt sich damit klar gegen Schlusslicht Muller (9 Zähler) durch. Unsere Top-5 sind alle auf ihre Weise Tourenwagen-Ikonen, am Ende kann es aber eben nur einen Sieger geben. Lang lebe König Ludwig!

Unsere Top-5 der größten Tourenwagen-Piloten

FahrerErfolgTalentCharismaMutGesamt
K. Ludwig445417
B. Schneider543315
M. Ekström354315
J. Whincup533112
Y. Muller32229

Und jetzt seid ihr dran! Welcher der fünf Fahrer in unserer Auswahl ist für euch die Nummer eins? Stimmt in der Umfrage ab und diskutiert in den Kommentaren über eure größten Legenden der Geschichte, solltet ihr jemand ganz anderen favorisieren. Wir sind gespannt auf eure Vorschläge!


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