Die Pfadfinder kennen sich aus in der Natur, wissen wie man sich zurechtfindet und sind immer hilfsbereit - so heißt es zumindest. "Allzeit bereit" und "jeden Tag eine gute Tat" heißt es da immer. Die Dakar-Piloten kennen sich auch in der Natur auch aus - zumindest sollten sie das - und wissen ebenfalls, wie man sich zurechtfindet - hoffentlich halt. Und auch in Punkto Hilfsbereitschaft stehen sie den kleinen Boy Scouts in nichts nach.

Allerdings findet jeder eine andere Art und Weise, wie er oder sie gute Taten vollbringt. So empfinden es Andreas Schulz und Carlos Sousa anscheinend als gute Tat, wenn sie ihren Fans gute Tagesergebnisse nach Hause bringen. Das zaubert ein Lächeln auf die Lippen und macht fröhlich, vor allem nachdem es zwischenzeitlich nicht ganz so gut gelaufen ist. Ja, den Menschen Fröhlichkeit zu bringen, ist eine gute Tat. Deswegen kämpften sich die beiden wahrscheinlich auf der 13. Etappe auch auf den vierten Tagesrang und damit auf einen Spitzenplatz.

Anders sah die gute Tat bei Dirk von Zitzewitz und Giniel de Villiers aus. Sie haben schon genug gute Resultate gezeigt und mussten dank des Defekt-Teufels mitbekommen, dass gute Taten mittels guter Resultate nicht unbedingt gutes Karma bringen. Also verlegten sie sich auf Etappe 13 zum Klassiker und spielten Helfer in der Not. Sie stoppten auf der Strecke, um Krzysztof Holowczyc zu helfen und ließen dafür eine bessere Tagesplatzierung sausen.

Jutta Kleinschmidt durchlebt jeden Tag ihre eigene Version der guten Tat. Denn nach den ganzen Schwierigkeiten, die sie bislang durchmachen musste, hat sie immer noch nicht das Handtuch geworfen, sondern kämpft eifrig weiter - heute auf dem 20. Tagesplatz. Das ist quasi ein Zeichen für alle da draußen, die am Stolpern sind, dass man nicht aufgeben soll, denn auch nach den schwierigsten Stolpersteinen kann man es ins Ziel schaffen - oder zumindest einmal fast. Solch positive Schwingungen lassen darauf hoffen, dass diese drei deutschen Dakar-Teilnehmer nicht die Last Boy Scouts sind.