Volkswagen ist mit dem Race Touareg bei der Rallye Dakar so gut wie noch nie: Der Vorjahreszweite Giniel de Villiers (Südafrika) und sein deutscher Copilot Dirk von Zitzewitz führen den Wüsten-Klassiker zur Halbzeit in Mauretanien vor ihren Teamkollegen Carlos Sainz/Michel Périn (Spanien/Frankreich) an. Fünf von sieben möglichen Etappensiegen verbuchte der Wolfsburger Automobilhersteller, der zudem die Rallye seit dem Auftakt am 6. Januar anführt. Damit präsentiert sich Volkswagen am Ruhetag der Rallye in Atar in einer günstigen Ausgangsposition für die verbleibenden Etappen bis zur Zielankunft am 21. Januar in Dakar im Senegal.
Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor):
Die Rallye Dakar 2007 ist wie in den vergangenen Jahren sehr spannend. Man kann klar sehen, dass wir in jedem Bereich einen Schritt vorwärts gemacht haben. Das Fahrzeug ist schneller, die Fahrer und Beifahrer sind besser vorbereitet und auch das Team hat in Logistik und Vorbereitung einen Schritt nach vorn gemacht. Wir liegen zur Halbzeit der Rallye in unserem Plan. Wir sind mit den Ergebnissen und den Abläufen im Team sehr zufrieden. Wir haben bisher viel erreicht, aber noch nichts gewonnen. Die Rallye hat jetzt erst wirklich begonnen, denn in Mauretanien warten noch extrem lange und schwierige Etappen auf uns. Dabei sind auch Fahrer und Beifahrer über viele Stunden gefordert. Deshalb ist es schön, dass der Race Touareg in der Weiterentwicklung nicht nur schneller ist, sondern auch bequemer. Denn das Fahrwerk ist komfortabler, Lenkung und Schaltung sind bedienungsfreundlicher, der Motor hat ein breiteres Drehzahlband. Die Piloten können ein gutes Tempo mit weniger Einsatz gehen. Fazit: Wir werden alles geben, dass wir weiter vorne liegen und hoffentlich am Ende auch gewinnen.
Giniel de Villiers (RSA), 1. Platz Gesamt-Wertung:
Es läuft sehr gut für uns. Wir liegen zur Halbzeit in Führung. Wir hatten einige anspruchsvolle, aber auch ein paar leichtere Tage. Der Tag vor dem Ruhetag war am schwierigsten, unter anderem, weil man im Sandsturm keine Sicht hatte. Das gesamte Team arbeitet sehr gut und das ist wichtig, denn diese Rallye ist ein Teamsport. Alle müssen über eine lange Zeit sehr gut zusammen arbeiten. Wir müssen konzentriert bleiben bis zum Ziel. Denn die Konkurrenz ist in diesem Jahr wiederum sehr stark. Es gibt viele gute Fahrer, weshalb es schwierig ist, größere Zeitabstände herauszufahren. Unser Race Touareg 2 ist in perfektem Zustand, wir hatten bisher keine Probleme. Die nächsten zwei Tage nach dem Ruhetag werden sicherlich für die Rallye entscheidend.
Dirk von Zitzewitz (D), Copilot:
Die ‚Dakar´ ist wieder sehr anstrengend und hat in Marokko schwieriger begonnen als erwartet. Wir haben momentan eine Super-Ausgangslage für die zweite Hälfte.
Carlos Sainz (E), 2. Platz Gesamt-Wertung:
Ich bin wirklich zufrieden, denn wir haben die Rallye an vielen Tagen eröffnet. Weder für Michel noch für mich war das einfach, als Erste auf die Strecke zu gehen. Auf der siebten Etappe hatte ich erwartet, dass ich mehr Zeit verlieren würde, nachdem ich mich festgefahren hatte. Wir liegen in einer guten Ausgangsposition für die zweite Hälfte der Rallye.
Michel Périn (F), Copilot:
Das Roadbook ist in diesem Jahr sehr gut, ich bin mit den Materialien sehr zufrieden, die wir erhalten haben. Die Navigation hat gut funktioniert - doch das ist nicht allein Sache des Beifahrers, sondern eine Kooperation. Wir haben viele Male hier zusammen die Strecke eröffnen müssen. Und obwohl Carlos noch ziemlich neu in diesem Sport ist, hat er perfekt mitgearbeitet. Wir haben zwar die Führung an unsere Teamkollegen verloren, doch wir können noch immer siegen.
Mark Miller (USA), 8. Platz Gesamt-Wertung:
Für das Team ist es ein tolles Zwischenergebnis, doch für mich persönlich ist die erste Hälfte der Rallye eine große Enttäuschung. Ich habe ein ganzes Jahr auf diese Veranstaltung hingearbeitet, doch leider haben wir durch verschiedene Dinge einfach zu viel Zeit verloren. Aber das ist eben auch die Rallye Dakar.
Ralph Pitchford (RSA), Copilot:
Ich habe die ersten Tage im Cockpit mit Mark Miller richtig genossen. Er ist ein sehr professioneller aber auch besonnener Pilot. Mark und ich hatten bisher keinen Fehler in der Navigation gemacht – darauf bin ich sehr stolz. Ich freue mich auf die zweite und letzte Woche und hoffe, dass wir problemlose Tage haben und unseren Teamkollegen helfen können. Ich genieße die Zusammenarbeit mit einem so engagierten und professionellen Team.
Ari Vatanen (FIN), Ausfall:
Das war leider nicht unsere ‚Dakar´, aber ich hoffe sehr, dass es die ‚Dakar´ von Volkswagen wird. Schon früh habe ich in einer Wasserdurchfahrt fast sieben Stunden verloren. Giniel zeigt, was mit dem Race Touareg möglich ist - er macht Druck und liegt an der Spitze. Leider fielen wir auf der siebten Etappe aus, als Feuer ausbrach. Ein solches Auto ist ein echtes Kunstwerk. Es war ein Jammer, mit ansehen zu müssen, wie die Flammen die vielen Arbeitstage der Mechaniker in Minuten zerstören. Der Veranstalter hat uns nach dem Ende der Prüfung abgeholt. Volkswagen drücke ich weiterhin die Daumen.
Fabrizia Pons (I), Copilotin:
Trotz der Probleme und unseres Ausfall werde ich mit der Rallye Dakar 2007 gute Erinnerungen verbinden. Die Zusammenarbeit mit Ari und dem Team hat viel Spaß gemacht. Schade, dass unser Einsatz nur eine statt zwei Wochen dauerte. Als plötzlich Qualm auftrat, verließen wir das Auto, das in Flammen stand - sogar mein Geld und ein Mobiltelefon verbrannten. Am Sonntag fliegen wir mit dem Veranstalter nach Paris zurück, da wir keine Chance haben, beim Team zu bleiben, denn wir sind in keinem der verbleibenden Fahrzeuge als Mitfahrer genannt. Dem Team wünschen wir alles Gute für die zweite Hälfte.

diese Dakar Rallye Nachricht