Wie schon im Vorjahr startet auch dieses Mal die Wüsten-Rallye in Lissabon. Das war es aber auch schon mit der portugiesischen Dakarherrlichkeit. Die ersten 26 Jahre ließ der Tross das kleine Land am Atlantik links (bzw. rechts) liegen. Spanien erfreut sich indes in schöner Regelmäßigkeit an dem Spektakel. Das erste Mal 1994 sogar gleich zweimal, da die Strecke von Paris via Spanien nach Dakar und wieder zurück führte. Einen Dakargewinner können jedoch beide Länder nicht vorweisen.
Da die GPS-Navigation bei der Rallye-Dakar mittlerweile stark eingeschränkt worden ist, hier eine kleine Orientierungshilfe: Spanien und Portugal liegen im Südwesten Europas und bilden zusammen die iberische Halbinsel, die im Westen (Portugal) vom Atlantik sowie im Süden und Osten (Spanien) vom Mittelmeer umspült wird. Der direkteste Weg von hier nach Afrika führt über die "Punta de Tarifa" an der Südspitze Spaniens. Von hier sind es gerade einmal 14 Kilometer bis nach Marokko. Diese Route ist aber trotzdem nicht zu empfehlen, da die Punta de Tarifa erstens militärisches Sperrgebiet ist und zweitens nicht auf dem Etappenplan steht.
Wer in Portugal von der Strecke abkommt, sollte nicht auf sachkundige Hilfe der Einheimischen bauen. Die Analphabetenrate ist mit 6,4% die höchste in der europäischen Union. In Spanien kann man zumindest mal versuchen, den Weg zum Etappenziel zu erfragen. Aber auch hier ist die Quote mit 2,1% überdurchschnittlich hoch.
Hätte die Rallye vor tausend Jahren mit dem gleichen Routenverlauf stattgefunden, hätte sie nicht durch Hoheitsgebiet der EU geführt, sondern sie wäre inmitten eines arabischen "Schurkenstaates" gestartet worden. Denn zu Beginn des 8. Jahrhunderts nach Chr. eroberten Araber und Berber von Marokko aus fast die gesamte iberische Halbinsel und gründeten die arabische Provinz Al-Andalus. Erst 1492 konnte mit Granada die letzte maurische Bastion zurückerobert werden. Insbesondere in der Provinz Andalusien im Süden Spaniens ist bis heute der arabische Einfluss unübersehbar.
Die Mentalitätsunterschiede der einheimischen Bevölkerung könnten den Fahrern auf der zweiten Etappe von Portimao (Portugal) nach Malaga (Spanien) Schwierigkeiten bereiten. Denn gerade wenn sie sich mit den als schwermütig und melancholisch bekannten Portugiesen arrangiert haben, müssen sie sich auf die feurigen und unberechenbaren Spanier einstellen. Hier ist für alle Teilnehmer höchste Vorsicht geboten!
Fazit: Viele sagen, das Abenteuer Dakar beginnt erst mit den ersten Reifenspuren auf afrikanischem Boden. Diese Leute haben keine Ahnung. Denn auch wenn Portugal und Spanien zur Zeit offiziell zur EU gehören, ein Blick auf die Tatsachen zeigt: Der Wahnsinn beginnt schon auf der iberischen Halbinsel.
Fakten, Fakten, Fakten
| Portugal | |
| Fläche: | 92.345 km² |
| Einwohner: | 10,5 Mio. |
| Hauptstadt: | Lissabon |
| Amtssprache: | Portugiesisch |
| Währung: | Euro |
| Höchster Berg: | Pico Alto (2351 m) |
| Staatsform: | Parlamentarische Demokratie |
| Staatsoberhaupt: | Aníbal Cavaco Silva |
| Regierungschef: | José Sócrates |
| Etappe bei der Dakar 2007: | |
| 1. Etappe am 06.01.2007: | Lissabon - Portimao (464 km) |
| Spanien | |
| Fläche: | 504.646 km² |
| Einwohner: | 44,1 Mio. |
| Hauptstadt: | Madrid |
| Amtssprache: | Spanisch (regional Katalanisch, Baskisch, Galizisch und Aranesisch) |
| Währung: | Euro |
| Höchster Berg: | Pico De Telde (3718 m) |
| Staatsform: | Parlamentarische Monarchie |
| Staatsoberhaupt: | König Juan Carlos I. |
| Regierungschef: | José Luis Rodriguez Zapatero |
| Etappe bei der Dakar 2007: | |
| 2. Etappe am 07.01.2007: | Portimao - Malaga (545 km) |

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