Seit Jutta Kleinschmidt 2001 kam das Siegerauto bei der Rallye Dakar immer von Mitsubishi. Diese Serie von sechs Siegen will der japanische Autobauer natürlich auch 2007 fortsetzen. Wieder am Start ist dabei der Mitsubishi Pajero/Montero Evolution (wegen Klärung des Doppelnamens mögen Sie bitte Pajero in einem spanischen Wörterbuch nachschlagen), der in den vergangenen Jahren der Sieggarant war.
Die neueste Version des Siegautos wurde 2002 entwickelt nachdem die neuen FIA-Regeln für Super Production Autos in Kraft getreten waren. Das bedeutete, dass das Fahrzeug nicht breiter als 2000 und der Radhub nicht mehr als 250 Millimeter sein durfte. Eine erste Version, der MPR10, wurde schließlich 2002 in Frankfurt präsentiert und im März folgte beim Genfer Autosalon eine überarbeitete Version. Doch die Weiterentwicklung war da und damit auch das Auto, mit dem an die bisherigen Erfolge bei der Dakar angeknüpft werden sollte.

Herzstück war ein 4 Liter V6-Motor, der zunächst in Marokko getestet wurde und seine ganze Standfestigkeit erstmals bei der UAE Desert Challenge 2003 beweisen musste. Beim gleichen Rennen wurden auch noch Änderungen an der Abstimmung der Aufhängung, ein verstärkter Überrollbügel und ein erhöhtes Minimalgewicht, das wegen der neuen Regeln notwendig geworden war, ausprobiert. Die Arbeit zahlte sich aus und es folgte der nächste Dakar-Erfolg.
Doch der MPR10 war nur der erste Schritt. Auf den Lorbeeren kann man sich im Rennsport höchstens fünf Minuten ausruhen, bevor einen die Konkurrenz wieder überholt. Also folgte der MPR11, der vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten ein höheres Drehmoment lieferte, ohne dabei an Kraft zu verlieren. Wie es bei direkten Weiterentwicklungen oft ist, brachten weitere kleine Modifikationen Vorteile beim Handling, der Straßenlage und auch der Kurvenfahrt, da die Gewichtsverteilung verbessert und der Schwerpunkt nach unten gelegt wurde. Die Folge war ein Doppelsieg bei der Dakar 2005.

Wie bereits davor, wurde auf Basis des Erfolges weiterentwickelt und es folgte der MPR12, dessen Entwicklung sogar bereits vor der Dakar 2005 begonnen wurde. Während der Langstrecken-Saison wurden zahlreiche neue Teile getestet und bei ausgiebigen Tests in Marokko im Juni und September 2005 wurden alle Änderungen noch einmal überprüft. "Es war der Plan, sicherzustellen, dass jeder Teil des Mitsubishi Pajero/Montero in der Lage ist, eine ganze Dakar Rallye durchzustehen", erklärte der Technische Direktor Thierry Viardot.
Aufgrund einiger kleiner Änderungen in den Regeln mussten auch ein paar erzwungene Änderungen durchgeführt werden. Ein Ansaugkanal für den Motor musste durch einen fixen ersetzt werden und wegen der Abschaffung des kinetischen oder hydraulischen Stabilisators mussten die Dämpfer-Einstellungen angepasst werden. Äußerlich war von diesen Veränderungen nur wenig zu merken.
Auch der MPR12 enttäuschte nicht bei der Dakar und holte 2006 den sechsten Mitsubishi-Sieg in Folge. Der MPR13 war da aber bereits in der Entwicklung. Bereits im Mai 2005 hatte Viardots Team ein erstes Computer-Modell des neuen Autos fertig. Im Juni 2006 gab es schließlich die ersten Testfahrten auf Schotter in Marokko. Dabei wurde auch ein Vergleich mit dem MPR12 durchgeführt, um zu sehen, wo es Verbesserungen gab und wo noch nachgebessert werden musste. Im September folgte dann noch ein weiterer Test, bei dem ein neues Kühlsystem, neue Luftkanäle und ein neu angeordneter Motorkühler ausprobiert wurden.

Als die größte Verbesserung listet Mitsubishi die neue Gewichtsverteilung, die durch eine Verlegung des Tanks erreicht wurde. Doch auch in anderen Bereichen konnte gegenüber dem Vorgänger-Modell nachgebessert werden. Die Piloten haben jetzt mehr Platz, können ihre Sitze sogar etwas zurückschieben und für große Fahrer wie Nani Roma gibt es mehr Kopfraum. Letzte Tests haben zudem gezeigt, dass der Motor besser anspricht und auch das Einspritzsystem funktioniert nun besser. Auch bei der Bremskühlung wurden Fortschritte erzielt.
Alles in Allem hat die akribische Arbeit dazu geführt, dass Mitsubishi wieder ein starkes Auto hingestellt hat. Beim letzten Test vor der Dakar hat Luc Alphand bei der UAE Desert Challenge den Sieg geholt. Damit scheint der siebte Sieg in Serie für den Hersteller aus Japan also durchaus in Reichweite.

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