VW wird die Dakar mit dem bereits gut bekannten Race Touareg 2 in Angriff nehmen. Da aber auch die Truppe aus Wolfsburg weiß, dass der Stillstand im Rennsport eigentlich einen Rückschritt bedeutet, wurde an dem Auto einiges weiterentwickelt. So wurden insgesamt 35 Prozent der Bauteile des Fahrzeuges neu entwickelt, um das Auto nach Platz zwei im Vorjahr diesmal auf Platz eins zu bringen.
Zuverlässigkeit war dabei nie das Problem des Fahrzeuges. Volkswagen Motorsport Direktor Kris Nissen erinnert sich: "Der Race Touareg 2 war auf Anhieb zuverlässig. Deshalb konnten wir unser Augenmerk im nächsten Entwicklungsschritt auf eine höhere Leistungsfähigkeit legen."

Also wurde beim 285 PS starken Motor nachgelegt. Der 2,5 Liter TDI Motor hat nun einen Vierventil-Zylinderkopf was aufgrund des vorgeschriebenen Luftmengen-Begrenzers von 39 Millimetern zwar nur 10 PS mehr bringt, aber einen besseren Gasdurchsatz ermöglicht. Die Folge daraus ist bessere Leistung und besseres Ansprechverhalten in allen Drehzahlbereichen und damit auch ein höheres Drehmoment. Auf die Motortemperaturen wirkt sich das aber nicht negativ aus. "Trotz der höheren Leistungsausbeute verhält sich der Motor sogar thermisch günstiger als bisher", sagt der Leiter der Motor-Entwicklung, Donatus Wichelhaus.
Doch nur ein neuer Motor alleine macht natürlich noch lange kein siegfähiges Auto. Deswegen wurde auch am Chassis eifrig gewerkelt, was vor allem zu Veränderungen im Bereich der Radaufhängungen geführt hat. So kommen an der Vorderachse komplett neu entworfene Doppelquerlenker-Achsen mit doppelten Feder-Dämpfer-Einheiten zum Einsatz. Dadurch soll sich das Fahrverhalten verbessern. Die Hinterachsen waren von diesen Veränderungen nicht betroffen.

Neben der Aufhängung wurde auch am Lenksystem gefeilt. "In Prüfstandsläufen ist die von den Fahrern beschriebene Stoßempfindlichkeit simuliert worden. Durch die geänderte Kinematik und die neue Lenkung konnten wir diese Belastungen beträchtlich reduzieren", erklärt der Technische Direktor, Eduard Weidl. Des Weiteren wurden auch am Differential und an der Übersetzung des Getriebes Änderungen vorgenommen. Die Stoßdämpfer, die im Mai 2006 ihre Premiere hatten, blieben hingegen unverändert.
Die letzte große Neuerung betrifft die Belüftung. Die Abluft aus den Ladeluftkühlern entweicht nicht mehr durch eine Öffnung in der Motorhaube, denn bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten und ungünstigen Windverhältnissen floss die Luft weiter in den Dacheinlass und erhöhte dadurch die Temperatur in den Wasserkühlern unter dem hinteren Fahrzeugdach. Die heiße Luft wird nun durch die Radhäuser und einen Tunnel unter dem Fahrzeug abgeführt. Auch die Fahrzeug-Insassen haben ein neues Belüftungssystem bekommen. Denn bislang kam bei Fahrten im Pulk Schmutz in das Cockpit, doch nun wird die Luft per Ventilator vollständig durch Filter eingesaugt. Nach Platz sechs 2004, Platz drei 2005 und Platz zwei 2006 soll es mit diesen Änderungen am Touareg 2007 also ganz nach vorne gehen.

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